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Elia_Bragagna


 

 

 


Foto: Laura Bragagna

Dr. Elia Bragagna, Akademie für Sexuelle Gesundheit, Wien

 

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Foto: privat

Prim. Dr. Herbert Kurz, Kinder- und Jugendabteilung, SMZ Ost


 

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Leben 29. Dezember 2009

Die medizinischen Topleistungen 2009

"Welche medizinische Leistung hat Sie im Jahr 2009 am meisten beeindruckt?" Diese Frage stellten wir Top-Medizinern aus den verschiedensten Fachgebieten. 10 Antworten von 10 Experten in einem Jahresrückblick für 2009.


 

Psychiatrie: Vertrauen nach dem Skandaljahr

"Meiner Meinung nach ist die hervorragendste medizinische Leistung von 2009, dass es die Wiener Psychiatrie nach dem ‚Psychiatrie-Skandaljahr  2008‘ geschafft hat, das Vertrauen der Patientinnen und Patienten nicht zu verlieren. Dies gelang durch besonnenes, engagiertes, vernunft-und versorgungsorientiertes Weiterarbeiten. Für mich sind das die Helden, vor allem die Kollegen im intramuralen Bereich."

Hintergrund: Der Wiener Psychiatrieskandal
Seit Dezember 2007 reihte sich in Wien in Sachen Psychiatrie ein Skandal an den anderen. Wobei der entsetzliche Brandunfall einer fixierten Patientin  der traurige Tiefpunkt einer Reihe von alarmierenden Berichten über den fragwürdigen Einsatz von Netzbetten, Fixierungen, über fehlende Ressourcen und Überlastung des Personals war.
Mehr zum Thema: Grüne Wien.at 

 

Pille gegen den vorzeitigen Samenerguss

"Für mich gab es 2009 tatsächlich einen Meilenstein in der Medizin: das erste Medikament gegen vorzeitigen Samenerguss. Bisher wurde zumeist nur ‚psychisch‘ therapiert. Heute wissen wir, dass auch eine Störung im Serotonin-Haushalt vorliegen kann. In Österreich gibt es rund 150.000 Betroffene, denen mit diesem Medikament sicher geholfen werden könnte."
Mehr zum Thema: Akademie für sexuelle Gesundheit

 

 

Der wiederaufladbare Impulsgenerator & natürliche Substanzen in der Schmerztherapie

"Die wiederaufladbaren Impulsgeneratoren in der Schmerztherapie, mit denen man in den vergangenen Monaten sehr gute Erfahrungen gemacht hat und durch die es zu einer signifikanten Zunahme des Komforts für unsere Patienten gekommen ist, waren für mich im Jahr 2009 am einprägsamsten."

Für die nahe Zukunft sieht Ilias Medikamente aus natürlichen Substanzen, wie z.B. Schlangengift, als besonders vielversprechend. Weltweit sind bereits rund 50 Medikamente auf Schlangengiftbasis auf dem Markt. Sie helfen gegen Rheuma, senken den Blutdruck, befreien verstopfte Gefäße und lindern selbst starke Schmerzen.
Mehr zum Thema: Gesundheit.de

 


Das Orpheusprogramm zur Suchtbekämpfung

"Das Orpheusprogramm – das neue Therapieprogramm des Anton Proksch Instituts ist mein persönlicher Favorit. Im Rahmen dieses Programms versuchen wir, Menschen dabei zu helfen, ihre eigene Kreativität und Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken, besser als andere zu sein, um den Verlockungen von Suchtmitteln gezielt entgegenwirken zu können." 

Hintergrund: Das Orpheusprogramm soll durch unterschiedlichste Module zur Neu- und Wiederentdeckung der eigenen Lebenskräfte beitragen. Denn: Wo das Leben wieder schön, lust- und sinnvoll wird, haben Suchtmittel keine Verführungskraft. 
Mehr zum Thema: Metrapress.com

 


Praktizierte Gender-Medizin im Rehab Zentrum

"Die Etablierung des Konzeptes der Gender-Medizin, insbesondere am Rehab-Zentrum Ottenschlag, war für mich am beeindruckendsten."

Hintergrund: Das Team der Ärzte am  Lebens.Resort  Ottenschlag hat es in beeindruckender Weise geschafft, die Lebensstil-Medizin als Konzept am Patienten anzuwenden. Gendermedizin stellt eine notwendige, interdisziplinäre medizinische Herausforderung dar, den unterschiedlichen Bedürfnissen von Mädchen und Buben, Frauen und Männern während des gesamten Lebenszyklus im medizinischen Umfeld gerecht zu werden.
Mehr zum Thema: Lebens.Resort

 



Das Echokardiographielabor in Innsbruck

"Die Bildgebung der Kardiologischen Abteilung unter Prof. Otmar Pachinger am Krankenhaus Innsbruck war für mich in den vergangenen Monaten am beeindruckendsten."

Hintergrund: Im Echokardiographielabor der Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck werden alle Untersuchungsmethoden der modernen Echokardiographie eingesetzt, u. a. die transthorakale und transösophageale Echokardiographie, 3D-Echokaordiographie, Stress-Echokardiographie, Kontrastechokardiographie und Gewebe-Doppler-Echokardiographie. Jährlich werden im Innsbrucker Echo-Labor rund 9.000 Untersuchungen an Herzkranken durchgeführt.
Mehr zum Thema:  Uniklinik Innsbruck

 

 

Für die Krebsforschung: Der Nobelpreis für Medizin

"Der Nobelpreis für Medizin fällt mir spontan ein, der für die Krebsforschung ein äußerst wichtiger Beitrag ist." 

Hintergrund: Der Preis ging an die US-Forscher Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak für die Entdeckung, wie Chromosomen durch spezielle Endstrukturen und ein dafür zuständiges Enzym geschützt werden können. Das Ärzteteam identifizierte die „Telomere“, sich wiederholende spezielle DNA-Sequenzen an den Chromosomenenden, die unter anderem mit dem Altern einer Zelle und mit der Krebsentstehung in Verbindung gebracht werden, sowie für die Identifizierung und Charakterisierung des Enzyms Telomerase verantwortlich sind.
Mehr zum Thema: Wider die Unsterblichkeit der Krebszellen

 


Ophtalmologie: Die gezielte Laserkoagulation

"Auf der EURETINA in Nizza wurde erstmals ein Gerät vorgestellt, das eine gezielte Laserkoagulation der Makula mit Hilfe eines Echtzeit-Eyetracking ermöglicht: das Produkt stammt von einer kleinen Berliner Firma. Die Entwicklung neuer Lasersysteme, die eine gezielte Behandlung und eine begleitende Qualitätssicherung durch hochqualitative Dokumentation ermöglichen, ist ein echter medizinischer Fortschritt und daher für mich die herausragendste medizinische Leistung des heurigen Jahres.“

Hintergrund: Der "Erfinder" ist Dr. Wifried Teiwes, CEO von SMI – SensoMotoric Instruments GmbH; er hat mit seinem Unternehmen in den vergangenen  Jahren das Eyetracking für fast alle refraktiven Lasersysteme entwickelt. Das Gerät wird mittlerweile in Europa wie auch in den USA erfolgreich vertrieben.
Mehr zum Thema: Hompage Navilas 



 

Pulmonale arterielle Hypertonie

"Ich möchte mich auf wenige wissenschaftliche Arbeiten beschränken, die 2009 zum Thema ‚Training bei pulmonal arterieller Hypertonie‘ erschienen sind."

Eine Arbeit hat mittels Hinzunahme von Muskelbiopsien bei PAH-Patienten gezeigt, dass das Training zu erheblichen Verbesserungen der peripheren Muskulatur führt und damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Trainingseffekte bei zirkulatorisch limitierten Patienten geliefert; mit gewissen Einschränkungen ist dieser auch auf die COPD bzw. Lungenfibrose mit Cor pulmonale übertragbar.

Effects of exercise training in patients with idiopathic pulmonary arterial hypertension (de Man FS, Handoko ML, Groepenhoff H, van 't Hul AJ, Abbink J, Koppers RJ, Grotjohan HP, Twisk JW, Bogaard HJ, Boonstra A, Postmus PE, Westerhof N, van der Laarse WJ, Vonk-Noordegraaf A. Eur Respir J. 2009 Sep;34(3):669-75).

Eine weitere aktuelle Arbeit aus der Gruppe um Anton Vonk-Noordegraaf, Amsterdam, hat das Training im Tiermodell vorgenommen und konnte dabei sowohl die Mechanismen der Verbesserung als auch der Verschlechterung durch Training experimentell darstellen.

Opposite effects of training in rats with stable and progressive pulmonary hypertension. Handoko ML, de Man FS, Happé CM, Schalij I, Musters RJ, Westerhof N, Postmus PE, Paulus WJ, van der Laarse WJ, Vonk-Noordegraaf A. Circulation. 2009 Jul 7;120(1):42-9. Epub 2009 Jun 22).

 

Ein Virus hält den Mensch in Atem

"Die Menschheit ist wider Erwarten doch nicht an der Schweinegrippe ausgestorben."

2009 war das Jahr der Rekonvaleszenz nach Krisen aller Art. Österreich ist heuer erwartungsgemäß bei der Fußball WM-Qualifikation ausgeschieden, womit die Weltordnung wieder hergestellt wäre. Die Erde wurde klimabedingt ein wenig wärmer, Island wirtschaftsbedingt etwas kälter und in Kärnten wundert einen ohnehin nichts mehr. Hausärzte wurden immer dünner, Leitlinien dafür umso dicker. Aber vielleicht bietet 2010 ja etwas wirklich Unerwartetes.

EHO

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