zur Navigation zum Inhalt
Foto: Ärzte-Woche-Montage
 
Leben 16. September 2009

Ötzis Ruß- Tattoos

Erkenntnisse über die Tätowierungen des Tiroler Eismannes „Ötzi“ wurden in einer Studie veröffentlicht.

Einem Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Maria Anna Pabst vom Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie der MedUni Graz gelang es festzustellen, dass für die Tattoos der Gletschermumie „Ötzi“ Ruß als Färbemittel verwendet wurde.

 

Bei der Mumie aus den Ötztaler Alpen, die 1991 durch das Institut für Gerichtsmedizin der Universität Innsbruck geborgen wurde, sind nun im Rahmen einer Studie auf der Medizinischen Universität Graz fünf Gewebeproben mit verschiedenen elektronenmikroskopischen Techniken untersucht worden. Bei fast allen Gewebeproben war die Epidermis nicht mehr vorhanden. „Die Tätowierfarbe lag im darunter liegenden Bindegewebe eingebettet und konnte in allen Fällen als Ruß identifiziert werden“, berichtet die Studienleiterin Prof. Dr. Maria Anna Pabst. Der Ruß wurde absichtlich hineingebracht, vermutlich mit Dornen, und ist das Pigment der Tätowierungen des Eismannes. „Es hat wohl damals schon feste Feuerstellen gegeben, und man hat den Ruß von den Steinen abgekratzt“, erklärt Pabst weiter.

Ötzis Tätowierungen sind einerseits parallel zur Längsachse des Körpers angebrachte Linien und andererseits zwei Kreuze, eines am rechten Knie, das andere am linken Fußgelenk. Vermutlich dienten sie weniger einem dekorativen als vielmehr einem Akupunkturzweck. „Die Tätowierungen sind an Akupunkturpunkten angebracht. Ötzi war ja etwa 40 Jahre alt, und man hat röntgenologisch körperliche Probleme festgestellt wie etwa Arthrose. Am Akupunkturpunkt für Arthrose hat er eine Tätowierung und eine an einem Punkt gegen Bauchschmerzen. Das könnte damit zusammenhängen, dass er im Darm Probleme hatte: Man hat dort nämlich Wurmeier gefunden“, so die Forscherin.

 

Originalveröffentlichung: Pabst, M. A. et al.: The tattoos of the Tyrolean Iceman: a light microscopical, ultrastructural and element analytical study. In: Journal of Archaeological Science 2009; 36 (10): 2335–41

 

Quelle: www.medunigraz.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben