zur Navigation zum Inhalt
 
Leben 1. September 2009

Die Liebespriesterin

Spannender Erotik-Thriller um eine Heilerin

Zeitlos wie alle Mythen ist der neue Roman Die Liebespriesterin der österreichischen Autorin Ingrid Schramm. Obwohl das Buch tief in die altgriechische Sagenwelt führt, handelt es sich um eine moderne Story. Ariadne, die Tochter des König Minos, fühlt sich zur Heilerin berufen. Ihre Ausbildung wird jedoch jäh abgebrochen, als sie von den Priesterinnen erwählt wird, das Ritual der Heiligen Hochzeit zu vollziehen, eine symbolische Liebesvereinigung mit einem Gott.

 

Zur eigenen Überraschung findet Ariadne in den Reihen der Priesterinnen ihren Schicksalsweg, bei denen sie gegen ihren Willen zur Liebespriesterin ausgebildet wird. In Träumen, Visionen und einer erdverbundenen Sinnlichkeit sucht sie den tieferen Sinn ihres Lebens. Es ist ein Buch, das sich ähnlich wie die Romane von Paolo Coelho an alle Menschen richtet. In Ariadne begegnet der suchende Mensch von heute sich selbst. Ihre Visionen geben Antwort auf Fragen, die jeder stellt.

Der Roman gewinnt durch ein Zitat von Papst Benedikt XVI. besondere Aktualität. Der Papst wird in dem Roman mit einer Antwort auf die Frage zitiert, wie viele Wege es zu Gott gäbe: „So viele, als es Menschen gibt.“ Dieses tiefsinnige Papstwort wird in dem Roman in erweitertem Sinn interpretiert. Im Trancezustand fragt Ariadne, ob ein Gott oder eine Göttin unser Leben durchwirkt. Die Antwort darauf geht über Lessings Weisheit in Nathan der Weise hinaus: „So wie du es empfindest.“

Sinnlichkeit in vollen Zügen

In diesem spannenden Erotik-Thriller können Menschen noch mit Geistern reden, Priesterinnen besitzen die Gabe der Weissagung, und allen Widrigkeiten des Lebens zum Trotz leben die Menschen ihre Sinnlichkeit in vollen Zügen aus. Nicht nur die Begegnung zwischen Ariadne und Theseus ist voll knisternder Erotik. Die Liebe ist Teil eines religiösen Zeremoniells. Als Liebespriesterin wird Ariadne beim Frühlingsfest die Vereinigung mit einem Mann vollziehen, der den Gott Dionysos vertritt. Dieser Liebesakt findet zu Ehren der Großen Mutter der Erde statt, um den Boden mit reicher Ernte zu segnen.

Politisch steht Ariadne wie alle Frauen in dem Roman auf der Verliererseite. Sie repräsentiert – wie die alte Königin und die Hohepriesterin – den Rückgang der weiblichen Macht.

Minos, der mächtigste Herrscher der alten Welt, steht für jene Machtmuster, die bis zum heutigen Tag erfolgreich von Politikern angewendet werden. Als Instrument der Volksmanipulation benützt er den Minotaurus, den er zum Ungeheuer erklärt, und einen Kult um ihn bildet. Aus dem Minotaurus ist später – je nach politischer Konstellation – der Teufel, der Kapitalist oder der Kommunist geworden. Minos versteht es geschickt, seine Motive zu verschleiern, warum er gegen die Stadt Mallia Krieg geführt hat. Er habe diesen Krieg nicht erklärt, argumentiert er, er habe Knossos nur gegen die vielfältigen Bedrohungen schützen müssen. Denn der Herrscher von Mallia habe Vernichtungswaffen hergestellt und in geheimen Depots versteckt. Parallelen zu George Bush drängen sich immer wieder auf.

 

Nähere Infos: http://www.vabene.at/collect/ero-thri/225-1.htm

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben