zur Navigation zum Inhalt
Foto: David Rokeby
See this sound zeigt anhand ausgewählter Beispiele die Entwicklung der audiovisuellen Medienkunst der letzten 90 Jahre.
 
Leben 1. September 2009

Technisierte Träume

Die Entwicklung der audiovisuellen Medien und der damit verbundenen Künste ist anlässlich von Linz09 Thema einer Ausstellung im Lentos Kunstmuseum Linz.

Dass Bild und Ton miteinander in enger Verbindung stehen, erleben wir andauernd, wo wir gehen und stehen. Unser Leben klingt und sieht aus. Riechen ist ebenfalls ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Alltagserfahrung, im Kunst- und Kulturkontext aber aus naheliegenden Gründen (Beispiel aus ORF2: „…wie lange liegt die Tote hier schon?“ „Sicher eine Woche, Frau Kommissar!“) nur selten offensiv gefordert. Auch Tast- und Geschmackssinn stellen KünstlerInnen vor ganz besondere, weil nur selten lösbare Herausforderungen.

 

So bleiben, ob in Museen oder Massenmedien, vor allem die audiovisuellen Medien im Fokus der allgemeinen Wahrnehmung. Ob es nun Ursache oder Wirkung ist, dass die Möglichkeiten sich gerade in diesen Bereichen exorbitant erhöht haben, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass die Entwicklung der Technik in den vergangenen Jahrzehnten mehr Möglichkeiten eröffnet hat, als man vor 100 Jahren noch dachte, dass überhaupt existieren. Vom Synthesizer bis zur plastisch wirkenden Computergrafik im Stil von Ice Age steht KünstlerInnen aller Genres heutzutage eine bislang nie dagewesene Fülle an „Werkzeugen“ zur Verfügung. Welche Auswirkung die technische (R)Evolution auf den künstlerischen Ansatz, auf das Werk der KünstlerInnen selbst hat, dieser Frage widmet das Lentos Kunstmuseum in Kooperation mit Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas und dem Ludwig Boltzmann Institut die Ausstellung See this sound.

Musik hören und Bilder anschauen, sicher, das gibt es noch, gab es immer und wird es auch immer geben, aber mehr und mehr KünstlerInnen entdecken die Möglichkeiten der Intermedialität für sich. Als direkte Folge dieses Prozesses wird audiovisuelle Kunst längst nicht mehr als Nischenkunst wahrgenommen. Ganz im Gegenteil, sie verschmilzt zunehmend mit der Popkultur, die in diesem Fall eine Lifestyleabkürzung für populäre Kultur ist. Die Nische von gestern ist heute der talk of town. Aber ist sie auch der Mainstream von morgen?

Beispiele aus neun Jahrzehnten

See this sound zeigt anhand ausgewählter Beispiele aus den letzten 90 Jahren die Entwicklung der audiovisuellen Medienkunst. Chronologisch, aber nicht streng geordnet ist die Ausstellung in acht Bereiche unterteilt. Beginnend mit den KünstlerInnen, die sich in den 1920er-Jahren mit Klangvisualisierungen durch die neuen filmischen Möglichkeiten beschäftigt haben, über die zahlreichen synästhetischen Verwirrspiele der Psychedelic-Ära in den 1960er-Jahren bis hin zu den jüngsten Entwicklungen der aktuellen Kunst- und Musikszene.

Faszination ist dabei keine Frage von Alt oder Neu: Die Dreammachine eines Brion Gysin von 1961 zieht die Besucher ebenso unverändert in ihren Bann wie die auf mathematischen Formeln basierenden Videos von Norbert Pfaffenbichler und Lotte Schreiber aus dem Jahr 2001.

Unsere Kinder werden solche Kunstwerke wahrscheinlich mit ebenso großer Selbstverständlichkeit an der Wohnzimmerwand hängen haben wie Opa dereinst seinen röhrenden Hirsch. Wer weiß, vielleicht feiert er demnächst sein Comeback – als Digital Deer. z09

 

 Alle Infos zu Linz09 unter www.linz09.at, im Neuner, dem Linz09-Infomagazin, sowie im Linz09 Infocenter, Hauptplatz 5, 4020 Linz. Tel. (0)732/7070-2009, Fax (0)732/7070-54-2009, E-Mail: . Mo-Fr 09.00 – 19.00 Uhr, Sa/So/Fei 10.00 bis 19.00 Uhr

Kasten:
See this sound. Versprechungen von Bild und Ton
Eine Kooperation von Lentos Kunstmuseum Linz, Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung und Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas
28. 9. 2009 – 10. 1. 2010 tägl. 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr Tel: 0732/ 7070-3600
Lentos Kunstmuseum Linz, Ernst-Koref-Promenade 1, 4020 Linz
www.see-this-sound.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben