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Foto: Herwig Zens
Der Tod stellt im Werk von Herwig Zens einen Fixpunkt dar.
Foto: Gernot Muhr

Der Totentanz symbolisiert die Unausweichlichkeit des Todes – er kommt zum Kleinkind wie zum Greis.

 
Leben 20. August 2009

Totentanz in der Oststeiermark

Kongress über ein beschauliches Thema in idyllischer Landschaft

Ausgehend vom Totentanzzyklus von Johann Cyriak Hackhofer aus dem beginnenden 18. Jahrhundert nach Abraham a Sancta Clara in der Kreuzkapelle der oststeirischen Marktgemeinde Grafendorf, beschäftigt sich Ende August ein mehrtägiger Kongress mit dem Thema Totentanz.

 

Die aus dem Mittelalter stammende Bildthematik symbolisiert die Gleichheit des Menschen vor dem Tod: Ob Kaiser, Papst, Kaufmann oder Kind – der Tod kommt zu allen. Er lädt sie zum Tanz und nimmt keine der vielen Entschuldigungen und Ausflüchte an, die vor ihm schützen sollen.

Die älteste und bekannteste Totentanzdarstellung in Österreich befindet sich in Mettnitz in Kärnten. Eine der international berühmtesten Darstellungen ist der Basler Totentanz, dessen Überreste im Historischen Museum in Basel zu sehen sind. Der ebenfalls sehr bekannte Lübecker Totentanz in der Marienkirche der Hansestadt wurde bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Der Tod in der Kunst

Der Tod als Thema künstlerischer Auseinandersetzung hat natürlich immer Aktualität, und die Besonderheit des Totentanzes beschäftigt nach wie vor zahlreiche zeitgenössische Künstler – in Wort, Bild und Musik meist auf der Grundlage historischer Vorlagen. So etwa Markus Lüpertz, bis heuer Rektor der Kunstakademie in Düsseldorf, oder Herwig Zens, Maler, Graphiker und emeritierter Professor der Akademie für bildende Künste in Wien.

Genussvolles Rahmenprogramm

Das sorgfältig geplante Programm für den Totentanzkongress 2009 im oststeirischen Grafendorf bei Hartberg vom 28. bis 30. August 2009 beinhaltet gemeinsame Spaziergänge, geschichtliche und kulturhistorische Erklärungen durch fachkundige Referenten, eine spannende Gegenüberstellung des Gegenwartskünstlers Luis Stefan Stecher, der an die Totentanzmalkunst in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts anknüpft, mit Nachdichtungen zu Oswald von Wolkenstein von Gerhard Ruiss, der in dieser ersten Jahrhunderthälfte das Thema literarisch aufgreift. Weiters werden thematisch passende Ausflüge in die Umgebung, etwa nach Vorau, mit gemeinsamem Essen und Trinken unternommen und musikalische Beiträge rund um den Tod beigesteuert. Und Herwig Zens wird vor der Wallfahrtskirche am Pangrazberg Totentanzthemen in der Kunst beleuchten.

 

Informationen:

Marktgemeinde Grafendorf,

Heidi Schabernak: Tel.: 03332/62262-0,

E-Mail: ,

Internet: www.totentanz-austria.at

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