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Leben 1. März 2007

Ein weiterer Promillekiller am Markt: Hält Outox, was es verspricht?

HINTERGRUND: Zahlreiche Produkte am Markt werben damit, die Alkoholkonzentration im menschlichen Körper schnell und deutlich zu reduzieren. So soll auch das fructosehältige Getränk Outox die Alkoholeliminationsrate (β60) erheblich steigern. Erklärungen für diesen "Fructose-Effekt" basieren auf der Annahme, dass das Coenzym der Alkoholdehydrogenase, NAD+, in Anwesenheit von Fructose schneller regeneriert wird.

METHODEN: In jeweils zwei Trinkversuchen wurde mit 30 Probanden eine randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Studie im Cross-over Design durchgeführt. Unter strikt identischen Bedingungen wurde jeweils die gleiche Alkoholmenge konsumiert, wobei im Anschluss einmal 250 ml Outox und einmal 250 ml Placebo getrunken wurden. In regelmäßigen Abständen erfolgten Messungen der Alkoholkonzentrationen im Blut (BAK), in der Ausatemluft (AAK) und im Harn (HAK).

ERGEBNISSE: Die Auswertungen ergaben einen statistisch relevanten Unterschied (p < 0.0001) zwischen den gemittelten Alkoholkonzentrationen beider Trinkversuche. Insgesamt betrug die gemittelte BAK-Differenz 0.077 g/l (0.748 g/l ohne vs 0.671 g/l mit Outox), entsprechend 10.3%. Die AAK-Differenz betrug 0.045 mg/l (0.314 mg/l ohne vs 0.269 mg/l mit Outox, 14.3%). Die Unterschiede waren bei den Männern geringfügig größer als bei den Frauen. Bei den jeweiligen Alkoholeliminationsraten (β60) ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Unsere Ergebnisse zeigen, dass das fructosehältige Getränk Outox die Alkoholkonzentration um etwa 10% senkt. Die gemessenen Unterschiede der Alkoholkonzentrationen scheinen Folge einer verlangsamten Alkoholresorption im Magen-Darmtrakt zu sein. Eine signifikant gesteigerte Alkoholabbaurate ergab sich nicht. Unsere Studie zeigt, dass die werbewirksamen Versprechungen von Outox, ein "Promillekiller" zu sein, aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar sind. Es ist sicherlich auch die Aufgabe von Ärzten, potentielle Konsumenten vor übertriebenen Erwartungen, v.a. im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr, zu warnen.

Marion Pavlic, Kathrin Libiseller, Petra Grubwieser, Hanno Ulmer, Tonja Sauper, Walter Rabl, Wiener klinische Wochenschrift

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