zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 22. Mai 2007

Mehr Geld ins System bringen, aber gezielt

Während sich einige Ärztekammern noch in der Konsolidierungsphase nach den Wahlen befinden, befasst man sich in Oberösterreich schon mit gesundheitspolitischen Themen.

Kammerpräsident Dr. Peter Niedermoser aus Oberösterreich hat im Rahmen seiner Wiederwahl klargestellt, dass sich die Ärztekammer Oberösterreich mit voller Kraft dafür einsetzen werde, dass die Interessen der Patienten nicht ökonomischen Zielsetzungen zum Opfer fallen und dass man sich dafür auch ver-stärkt gesundheitspolitischen Themen widmen werde.
So etwa kommentierte der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte MR Dr. Oskar Schweninger die jüngsten Worte von Wirtschaftskammerpräsident Dr. Christoph Leitl. Dieser hatte angeregt, die geplante Beitragserhöhung zur Krankenversicherung von 0,15 Prozentpunkten aufgrund der zu erwartenden Mehreinnahmen durch steigende Beschäftigung zu überdenken. „Wenn es gelingt, die Entwicklung der Kostensteigerungen auf derzeitigem Niveau zu halten, so ist das schon ein großer Erfolg“, so Schweninger.

Mehr Geld ins System

Mehrere Tatsachen machen es aus seiner Sicht unbedingt notwendig, dass mehr Geld ins Gesundheitssystem fließt. „Die Bevölkerung wird immer älter und natürlich auch kränker. Auch die medizinische Entwicklung und damit bessere Möglichkeiten kosten Geld. Und vor allem werden auch die Strukturentwicklungen im Bereich der niedergelassenen Ärzte, die dringend notwendig sind, um die Spitalsambulanzen zu entlasten, Geld kosten. Dass mehr Geld ins System fließt, ist also unumgänglich.“

Kein Geld für IT ausgeben

Auch die derzeitigen Gedanken zur Mittelverwendung im Gesundheitssystem bereitet ihm Kopfzerbrechen. So etwa die Worte von Bundesgesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky. Diese kündig­te kürzlich an, dass E-Health sicher kommen wird, auch wenn die Ärztekammer noch so dagegen brüllt. Schweninger ist anderer Ansicht: „Die Kosten in mehrfacher Abfangjägerhöhe, welche die Realisierung von ELGA in der geplanten Form verschlingen würde, gehen im Gesundheitssystem ab. Wenn wirklich Geld verfügbar ist, so muss das in die Patienten investiert werden und nicht in Elektronik.“
Die elektronische lebensbegleitende Gesundheitsakte (ELGA) ist seit einiger Zeit Gegenstand kontroverser Diskussionen. Die Speicherung aller Gesundheitsdaten jedes Einzelnen, die mittels einer Suchmaschine von jedem Berechtigten abgerufen werden kann, sei ökonomisch, übersichtlich und sicher, so die Sicht der Ministerin. Ärzte und Patienten befürchten hingegen, dass sensible Gesundheitsdaten in falsche Hände geraten könnten. „Wir stehen einer elektronischen Verwaltung von Gesundheitsdaten prinzipiell positiv gegenüber, alles andere wäre ja Fortschrittsverweigerung“, so Schweninger. „Wir halten jedoch die absolute Datensicherheit für unerlässlich.“ Die Ärztekammer fordert daher, dass Gesundheitsdaten auf freiwilliger Basis für die Patienten und wie schon bisher dezentral beim Arzt gespeichert werden sollen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben