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Allgemeinmedizin 5. Juli 2007

Zukunft des Alterns: Ein anderes Gesundheitswesen

Eine der größten Technologie- und Strategie-Beratungsfirmen will Lösungen für das österreichische Gesundheitswesen finden.

Österreich schrumpft. Laut den Vereinten Nationen wird die österreichische Gesamtbevölkerung in den nächsten 50 Jahren um 600.000 sinken. Im selben Zeitraum wird der Anteil der über 60-Jährigen auf über 40 Prozent steigen. Dafür ist die niedrige Geburtenrate ebenso verantwortlich wie die geringe Netto-Immigration.
Diese Entwicklung wird dramatische Gesundheits- und Langzeitpflegekosten mit sich bringen. Prof. Dr. Gerhard Plaschka, Senior Adviser bei Booz Allen Hamilton (BAH): „Die absoluten Gesundheitsausgaben werden im schlechtesten Fall um bis zu 104 Prozent ansteigen.“ Die Beraterfirma hat versucht, Lösungen zu finden.

Chronischen Leiden vorbeugen

Besonders Übergewicht, Diabetes und chronische Herzinsuffizienz werden als Kostenverursacher im Vordergrund stehen – unter anderem auch hier empfehlen die Berater eine Schwerpunktverlagerung von heilenden zu präventiven Leistungen.
Ebenso teuer kommen stationäre Krankenhausaufenthalte. Österreich hat mit 30.000 Aufnahmen pro 100.000 Einwohnern die höchste Rate an stationären Behandlungen in der EU – der Schnitt liegt bei rund 17.000. In der Reduktion der stationären Aufenthalte zumindest auf EU-Niveau liegt ­enormes Einsparungspotentzial.
Eine forcierte Einführung elektronischer Datenverwaltung und die Einführung telemedizinischer Methoden soll ebenso sparen helfen wie die Dezentralisierung von Pflegeleistungen und der verstärkte Einsatz industrieller Sourcing-Konzepte.

Dr. Rainer Schröckenfuchs, Ärzte Woche 27/2007

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