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Gesundheitspolitik 28. Juni 2007

Schnittstellenmanagement

Alle reden vom Schnittstellenmanagement. Geht es um die personelle und finanzielle Ausstattung, bleiben Ärzte jedoch oft in den Startlöchern stecken.

In Österreich gibt es derzeit in drei Bundesländern (Wien, Vorarlberg und Niederösterreich) Projekte zum Entlassungsmanagement, die aus dem Reformpool gespeist werden. In Oberösterreich läuft dies unter dem Titel „Überleitungspflege“, und es gibt auch noch andere ähnliche Projekte mit anderen Namen. Eine Gemeinsamkeit sind oft die Grenzen durch zeitliche Perspektiven bzw. – vorsichtig gesagt – sparsam eingesetzte Ressourcen.Sie sind meist nicht mehr als ein Tropfen auf einen heißen Stein. In Spitälern wird teils so agiert, als gäbe es keinen extramuralen Bereich – und in diesem gibt es immer wieder Ängste, Patienten endgültig an die perfekt ausgestatteten sowie rund um die Uhr geöffneten Ambulanzen zu verlieren. Aber eigentlich wollen alle nur das eine: qualitative Versorgung und umfassende Unterstützung des Patienten … Oder? Teils entsteht der Eindruck eines Wettbewerbs, wer den kreativeren Namen für „sein“ Überleitungs-Entlassungs-Projekt findet. Vernetzung ist hier oft Zufall, auch wenn die kürzlich in Wien stattgefundene Tagung der Wiener Gebietskrankenkasse zum Thema ein Schritt in die richtige Richtung ist. Wichtig wäre wohl, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und nicht nur darüber feilschen, wer wie viel vom finanziellen Kuchen abbekommt. Entlassungsmanagement ist ein Prozess, der von allen mitgetragen werden müsste, gerade auch, um sowohl Spitäler als auch im extramuralen Bereich Handelnde sowie Patienten und deren Angehörige zu entlasten.

Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 26/2007

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