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Gesundheitspolitik 30. Oktober 2007

Bedrückendes Ergebnis

Nur 60 Prozent aller Aids-Patienten in Afrika werden einer Studie zufolge zwei Jahre nach Therapiebeginn noch mit den nötigen Medikamenten behandelt. Viele seien in diesem Zeitraum bereits gestorben; in westlichen Ländern setzen nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 80 Prozent der Patienten ihre Behandlung auch nach zwei Jahren noch fort. Von denjenigen Erkrankten in Afrika, die nach zwei Jahren nicht länger antivirale Medikamente einnehmen, sei in diesem Zeitraum fast jeder zweite gestorben, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift Public Library of Science Medicine (PLoS Medicine Vol. 4, No. 9, e268 doi:10.1371/journal.pmed.0040 268) veröffentlicht wurde. Die übrigen Patienten würden Behandlungstermine nicht wahrnehmen, ihre Medikamente nicht abholen oder an andere Krankenhäuser überwiesen. Einige seien auf andere Behandlungsmethoden umgestiegen. Die Zahlen spiegelten ein bedrückendes Ergebnis wider, sagte Charlie Gilks von der WHO-Aids-Abteilung, der an der Studie nicht beteiligt war. Angesichts der enor­men Herausforderungen sei eine Quote von 60 Prozent allerdings ein recht guter Wert.
Die WHO wollte bis zum Jahr 2005 drei Millionen HIV-Infizierten in Afrika antivirale Medikamente zur Verfügung stellen. Tatsächlich wurden 1,3 Millionen Menschen behandelt. Bisher bräuchten weitere 4,8 Millionen die Mittel, insgesamt leben rund 25 Millionen in Afrika mit der Immunschwächekrankheit.
Für die Studie wurden 32 Veröffentlichungen zu Aids-Patienten in 13 afrikanischen Ländern zwischen 2000 und 2007 ausgewertet. In der Regel werden Patienten in Afrika erst mit antiviralen Medikamenten behandelt, wenn sie schon wesentlich kränker sind als Patienten in westlichen Staaten. Sie würden die Mittel vermutlich länger nehmen, wenn sie nicht dafür bezahlen müssten, sagte WHO-Sprecher Gilks.

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