zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 21. März 2007

„Hausarzt in Not“-Fragebogenaktion

Nur wer sich zu Wort meldet, kann gehört werden. Ihre Meinung zu e-Card und ABS, zu bürokratischen Hürden und Leistungskürzungen zählt. Die Fragebogen-Aktion in diesem Ausgabe.

Hausarzt zu sein bedeutet, seine Patienten lebensbegleitend zu beraten. Hausarzt zu sein bedeutet, erster Ansprechpartner bei Gesundheitsstörungen zu sein. Hausarzt zu sein bedeutet aber auch, täglich weitreichende medizinische Entscheidungen zu treffen und dafür selbstverständlich auch die Verantwortung zu tragen. Wir kennen alle die Lippenbekenntnisse der Politiker aller Lager, die sich für eine Aufwertung des Hausarztes im österreichischen Gesundheitssystem stark machen.
Doch wie schaut die Realität aus? Im Laufe der vergangenen zwölf Monate haben wir „ins Land hinein gehorcht“ und mit Stammtischen jedes Bundesland bereist, um die Situation der Hausärzte vor Ort zu hinterfragen. Parallel dazu wurden zahlreiche Artikel abgedruckt, die sich mit der Veränderung der finanziellen Situation der Hausärzte auseinandersetzten. Nun wollen wir mit Hilfe eines Fragebogens noch ein möglichst breites Meinungsbild aller Allgemeinmediziner in Österreich erhalten.

Inhalte von 1992 haben nichts an Aktualität verloren

Der anonym gestaltete Fragebogen setzt sich intensiv mit der Beziehung Arzt zu Krankenkasse auseinander. So wird etwa hinterfragt, wie man zu einer Vereinheitlichung des Leistungskatalogs steht, was ja von der derzeitigen Gesundheitsministerin „angedroht“ wird.
Der Fragebogen wurde in wesentlichen Teilen schon 1992 bei einer ähnlichen Aktion verwendet. Für uns ist es daher von besonderem Interesse, vergleichen zu können, wie etwa die persönliche finanzielle Situation eingeschätzt wird oder wem Sie am ehesten zutrauen, die derzeitige Situation zum Vorteil der Hausärzte und deren Patienten zu verändern.
Auch die Haltung zur Ärztekammer kann im Fragebogen artikuliert werden: Wollen Sie Reformen oder passt die aktuelle Ausrichtung? Ein Herzstück des Fragebogens betrifft die Beziehung zwischen Arzt und Patient. Wie viel Zeit steht pro Patient und Termin zur Verfügung und wie viel Zeit wäre dafür optimal? Schließlich gibt es auch einige „neue“ Fragen, etwa zum durchschnittlichen nicht honorierten Zeitaufwand des Arztes für die Bewältigung des ABS oder zum Thema Dispensierrecht für Ärzte.

Was haben die Hausärzte davon?

In dieser Ausgabe der ÄRZTEWOCHE liegt – konzentriert auf alle Allgemeinmediziner – dieser Fragebogen bei. Der Fragebogen (2 Seiten DinA 4) kann per Post an die ÄRZTE WOCHE, Springer Verlag, Sachsenplatz 4–6, 1201 Wien, oder an die Faxnummer 01/513 47 83 geschickt werden.
Er ist ebenfalls in der zeitgleich erscheinenden Ausgabe des HAUSARZT abgedruckt, kann aber auch hier als PDF heruntergeladen werden. Die Steirische Akademie für Allgemeinmedizin unterstützt diese Aktion durch eine E-mail-Aussendung. In erster Linie sind natürlich Allgemeinmediziner aufgerufen, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Grundsätzlich steht es jedoch auch Fachärzten offen, sich über den Fragebogen zu artikulieren.
Die Erfassung der Fragebögen erfolgt selbstverständlich anonym. Einige statistische Daten wie Alter, Geschlecht oder Bundesland müssen jedoch abgefragt werden. Schließlich soll die Auswertung auch verwertbare Informationen liefern.

Die aufgewendete Zeit lohnt sich

Was haben die Hausärzte davon? Eine möglichst große Resonanz auf diese Aktion würde Erkenntnisse und Daten liefern, die anschließend redaktionell im HAUSARZT und in der ÄRZTE WOCHE verwertet werden. Mit diesem Material könnte man in weiterer ­ Folge bereits bestehende Studien ­ergänzen und damit auch zur Schaffung von Verhandlungsgrundlagen mit den Kassen oder Vertretern von Gesundheitspolitik beitragen. Wir haben natürlich auch vor, Vertreter von Kassen, Kammern und Gesundheitspolitik mit den Ergebnissen zu konfrontieren.
Wir denken daher, dass sich ­diese wenigen Minuten Zeitaufwand zum Ausfüllen des Fragebogens für jeden Arzt, der sich Systemveränderungen wünscht, lohnen. Diese Gruppe könnte größer sein, als viele glauben.
Und das sollte daher auch durch eine möglichst große Teilnahme an dieser Aktion unterstrichen werden.
Die Mitarbeiter der Medien HAUSARZT und ÄRZTE WOCHE können nicht selbst als Verhandler für Kassenverträge einspringen. Wir können und werden jedoch durch die Verbreitung eines möglichst umfassenden Meinungsbildes zur Transparenz, zur Solidarisierung und damit sicherlich auch ein wenig zur Problemlösung beitragen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben