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Gesundheitspolitik 20. Februar 2007

Sinnvoll abgestufte Palliativ- und Hospizbetreuung

In der Steiermark koordiniert ein All-gemeinmediziner die Mobilen Palliativteams und die Palliativkonsiliardienste, auch um die Zusammenarbeit mit Hausärzten besser zu unterstützen.

Bisher kamen die Mittel für die Palliativ- und Hospizeinrichtungen in der Steiermark aus dem Krankenanstaltenfinanzierungsfonds, nun wird der Reformpool genutzt. „Das ist ein Beitrag für den Übergang in die Regelfinanzierung“, erklärt Dr. Johann Baumgartner. Der Allgemeinmediziner hat selbst auf Palliativstationen gearbeitet und ist nun beim Krankenanstaltenträger KAGes als Palliativkoordinator des Landes tätig.
„Wie Palliativ- und Hospizversorgung organisiert ist und wie gut diese funktioniert, hat einen Einfluss auf die Kostenentwicklung im gesamten Gesundheitswesen“, betont Baumgartner. Vor allem Mobile Palliativteams für zuhause und für Alters- und Pflegeheime sowie Palliativkonsiliardienste für Spitäler tragen dazu bei, dass die Belegtage in den
Spitälern abnehmen; sowohl die Verweildauer sinkt als auch die Rate der Wiederaufnahmen.
„Ein wichtiges Element ist das professionelle Entlassungsmanagement, in das auch die niedergelassenen Ärzte, vor allem Allgemeinmediziner, einbezogen werden müssen“, betont Baumgartner. Weiters gehe es um eine Reduktion der Notarzteinsätze, was durch gute Schulung bzw. Unterstützung der Angehörigen und betreuenden mobilen Dienste sowie der Hausärzte möglich werde.

Konsiliardienste und Mobile Teams als Drehscheiben

„Mobile Palliativteams und Palliativkonsiliardienste sind auch ein wesentlicher Faktor in der Verbesserung der Versorgungsqualität, sowohl in medizinischer als auch pflegerischer Hinsicht“, ist Baumgartner überzeugt. Für diesen Bereich sei Spezialwissen erforderlich, insbesondere bei der Schmerztherapie, dem Umgang mit Nebenwirkungen von Medikamenten und Therapien sowie bei pflegerischen Maßnahmen. „Außerdem geht es um die psychosozialen Faktoren, die einen starken Einfluss auf Lebensqualität und Bewältigung der letzten Lebensphase haben“, ergänzt Baumgartner Mit den Mitteln aus dem Reformpool wird nun in der Steiermark die in einem bundesweiten Konzept festgeschriebene abgestufte Palliativ- und Hospizversorgung umgesetzt. „So bauen wird z.B. derzeit das siebte Mobile Palliativteam auf“, berichtet der Allgemeinmediziner. „Dadurch sollen noch mehr Betroffene leichter Zugang zu den Angeboten bekommen.“ Wichtiger Teil der Umsetzung sind Fortbildungsangebote sowohl für Mediziner als auch für Pflegepersonal.
„In der abgestuften Versorgung spielt der Hausarzt eine zentrale Rolle“, betont Baumgartner. Die Akzeptanz der Mobilen Palliativteams durch die Allgemeinmediziner habe sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. „Meine Wahrnehmung ist, dass dort jederzeit kompetenter Rat und praktische Unterstützung eingeholt werden können.“ Früher, so Baumgartner weiter, gab es auch bei der Hauskrankenpflege Ängste, die Mobilen Palliativteams könnten ihnen Arbeit wegnehmen. „Aber es geht um den guten Übergang vom Spital oder Heim sowie besonders um Unterstützung in schwierigen Situationen“, erklärt Baumgartner. Viele Vorbehalte hätten sich auch durch fehlendes Wissen ergeben, was Mobile Palliativteams eigentlich genau tun.

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