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Gesundheitspolitik 1. Februar 2007

Höhere Rückersätze für Wahlärzte in der Steiermark

Wahlärzte sind kein Luxus. „Sie bewältigen gemeinsam mit den Vertragsärzten immer mehr die Grundversorgung, was sich an der verstärkten Beteiligung an den Vorsorgeprogrammen in der Steiermark ablesen lässt“, so der stellvertretende Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte und Wahlärztereferent, Dr. Martin Georg Millauer.

Die Situation in der Steiermark ist vergleichbar mit der in anderen Bundesländern. Die Zahl der Wahlärzte hält sich ungefähr mit der Zahl der Kassenärzte die Waage, in den kommenden Jahren ist ein Übergewicht der Wahlärzte zu erwarten. „Damit wächst natürlich die Bedeutung der vertragslosen Ärzte für die medizinische Grundversorgung in der Steiermark“, folgert Millauer.

In der Praxis weniger als 80 Prozent Rückersätze

Allerdings stagnierten die Rückersätze in diesem Bereich seit 2003. Während die Kassenhonorare angestiegen sind, kam es im Wahlärztebereich zu keiner Anpassung. In der Praxis erhielten GKK-Versicherte daher nicht 80 Prozent der Tarife als Rückersatz, sondern etwas weniger. Die Tatsache, dass zusätzlich Abschläge oder Limitierungen verrechnet werden, führte in der Praxis sogar zu deutlich geringeren Rückzahlungen.

Etwa 10 Prozent Erhöhung

Dies konnte durch das Verhandlungsteam rund um Millauer nun geändert werden: „Ab April 2007 werden die Rückersätze an die aktuellen Honorare angepasst, die Erhöhung wird rund zehn Prozent betragen.“ Damit werden Besuche bei Wahlärzten für die Patienten günstiger, und den Wahlärzten wird ihrerseits die Möglichkeit gegeben, ihre Tarife leichter anzupassen. Schließlich unterliegen auch sie den Gesetzen der Inflation bei den Praxiskosten und beim Privatverbrauch.
Weiters konnte Millauer erwirken, dass von nun an eine jährliche Anpassung an den Gesamtvertragsabschluss erfolgt: „Wir Wahlärzte hinken nun nicht mehr hinterher und profitieren von den Gesamtvertragsverhandlungen.“
Auch andere Anliegen fanden in Millauers Wahlärztepaket Berücksichtigung. So wurde eine Schutzfunktion ausverhandelt, die Wahlärzten eine Mitbestimmungsmöglichkeit bei der Vergabe von Nachfolge- und Gruppenpraxen in ihrer Umgebung gibt. „Zielsetzung war“, so Millauer, „eine wirtschaftliche Existenz vor massiver zusätzlicher Konkurrenz zu schützen.“ Für Wahlärzte, die sich am jeweiligen Projekt beteiligen wollen, wurden attraktive Bedingungen in Aussicht gestellt.

Engagiert in der Vorsorge

Weiterer Bestandteil des Pakets ist die immer umfangreichere Einbeziehung von Wahlärzten in die Vorsorge. „Dies spiegelt auch eindeutig die Relevanz der Wahlarztmedizin für die Grundversorgung wider“, meint Millauer. Er verweist auf Diabetikerschulungen und das Nachfolgeprogramm „Therapie aktiv“, an dem sich bereits die Hälfte der Ärzteschaft ohne Kassenvertrag beteiligt hat. Auch beim Programm „herz.leben“ würden Wahlärzte bereits mehr als die Hälfte der Schulungen durchführen.

Zusätzliches Honorarvolumen von mehr als 4 Millionen

Insgesamt geht es beim Wahlärztepaket von Millauer um ein zusätzliches Honorarvolumen von mehr als vier Millionen Euro: „Unser Ziel ist es auch in Zukunft, die Angebotspalette von und für Wahlärzte deutlich zu erweitern.“ Auch hauptberuflich tätigen Wahlärzten muss die Möglichkeit einer gesunden Existenzgrundlage geboten werden, „schließlich sind sie schon zu einer starken und wichtigen Säule für die Versorgung im niedergelassenen Bereich und damit für die Gesundheit geworden“.
Auch die öffentliche Hand und die Sozialversicherungsträger haben laut Millauer in dieser Sache dazu gelernt: „Der Lernprozess ist sicher noch nicht abgeschlossen, aber die frühere Ignoranz gegenüber uns Wahlärzten ist aus meiner Sicht nicht mehr existent."

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