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Gesundheitspolitik 1. Februar 2007

Direkte Abgabe von Impfstoffen für alle Bundesländer empfohlen

Der erste Schritt zu einer patientenfreundlichen Änderung bei der Medikamentenversorgung ist getan. Das Beispiel der Steiermark könnte österreichweit Schule machen.

Seit Anfang 2007 haben nieder-gelassene Ärzte in der Stiermark offiziell die Möglichkeit, Impfstoffe in der Ordination zu lagern und somit die Impfung direkt vorzunehmen. „Das bedeutet einen wesentlichen Gewinn an Komfort und Sicherheit für die Patienten“, stellte die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) vergangene Woche in einer Aussendung fest. Gerade bei Präventionsmaßnahmen müsse man alles unternehmen, um es der Bevölkerung so einfach wie möglich zu machen.
Im weiteren sei prinzipiell nicht einzusehen, wieso ein überholungsbedürftiges Arzneimittel-Versorgungssystem kranke und nicht selten alte Menschen im Kreis schicke, bevor sie die unmittelbar erforderliche Behandlung, z.B. eine Schmerzinfusion, beim Arzt erhielten. „Das ist eine der unverständlichen Schikanen, die den Zugang zur Gesundheitsbetreuung unnötig erschweren“, kritisierte ÖÄK-Präsident Dr. Reiner Brettenthaler.

Lob für steirische Initiative

Er unterstützt deshalb auch die seit Beginn des Jahres laufende Initiative der Ärztekammer für Steiermark. Dort werden insbesondere Impfstoffe von den „Impfärzten“ direkt angewendet. Die bisher geltende Vorgangsweise bei Impfungen war umständlich. „Mit der bisherigen Praxis sind auch Risiken verbunden, denn die sachgemäße Lagerung bei richtiger Temperatur ist entscheidend, ob eine Impfung in der Folge auch wirkt oder nicht“, betonte Brettenthaler. Durch die direkte Anwendung von Impfstoffen beim Arzt gebe es für „Impflinge“ nur noch einen Weg und auch mehr Sicherheit, da die Einhaltung der „Kühlkette“ gewährleistet sei.

Bevölkerung will Direktabgabe

Deshalb empfiehlt die ÖÄK auch den anderen Bundesländern, bei der direkten Anwendung von Impfstoffen oder anderen Injektionen dem Vorbild der Ärztekammer für Steiermark zu folgen. Eine jüngst vom Market-Institut durchgeführte Erhebung bestätigt die steirische Initiative: 84 Prozent der Bevölkerung in der Steiermark wollen Impfstoffe oder andere wichtige Medikamente direkt beim niedergelassenen Arzt bekommen. Eine Erweiterung, etwa um die Abgabe von Schmerzmitteln, soll der nächste Schritt sein.

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