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Gesundheitspolitik 9. Jänner 2007

e-Card im Spital liefert nur die Patientendaten

Derzeit sind in Österreich 8,2 Millionen aktive e-Cards in Umlauf. Diese sollen eher gestern als heute auch im Krankenhaus zum Einsatz kommen können. Doch die Umsetzung geht nicht so schnell voran, wie es sich die Initiatoren vorgestellt haben.

„In über 90 Spitälern gibt es bereits Lesegeräte für die e-Card“, berichtet Volker Schörghofer, Stellvertretender Generaldirektor des Hauptverbandes. Einstweilen werden allerdings nur Name, Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht und Versicherungsnummer des Patienten von der Karte eingelesen und direkt in das EDV-System des Spitals überspielt. Die Herstellung einer Verbindung zum Zentralrechner der e-Card ist dafür nicht erforderlich.
In Wien z.B. nutzen das Donauspital und die Krankenanstalt Rudolfstiftung die Datenübernahme von der e-Card. Auch in der Steiermark kommt ein Großteil der Patienten bereits mit der Karte ins Spital. Schörghofer sieht darin einen wichtigen Beitrag zur eindeutigen Patientenidentifikation und zur Vermeidung von Doppelaufnahmen.

Pilotprojekte ante portas

Als nächster notwendiger Schritt ist die Online-Verbindung zum zentralen Server angesetzt. Schörghofer hofft, dass entsprechende Pilotprojekte im Laufe des ersten Quartals 2007 umgesetzt werden können. Derzeit laufen unter anderen Vorgespräche mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien, der Vinzenzgruppe sowie mit dem oberösterreichischen Spitalsträger Gespag.
Den Nutzen der Online-Verbindung sieht Schörghofer darin, „dass die behandelnden Ärzte mit dem Stecken der e-Card auch Zugriff auf den Überweisungsschein, bereits vorliegende Befunde und Diagnosevermutungen sowie Behandlungswünsche haben“. Wichtig sei dabei immer die Zustimmung des Patienten. „Es muss auch weiter möglich sein“, so Schörghofer, „dass jeder z.B. in eine Ambulanz gehen kann, ohne dass ein Zugriff auf Vorinformationen erfolgt.“ Er erhofft sich durch die Implementierung der e-Card im Spitalssektor auch in diesem Fall „wesentliche Verbesserungen des Nahtstellen-Managements und eine Erhöhung der Behandlungsqualität“.
Die Umsetzung dieses nächsten Schrittes ist zweifellos ein komplexes und aufwändiges Unterfangen. „Den Spitäler werden vermutlich Geräte zur Verfügung gestellt, sie müssen aber selbst alle Maßnahmen zur Implementierung im Gesamtsystem übernehmen“, berichtet Schörghofer. Einige Details seien noch zu klären, z.B. dass nicht jedes einzelne Gerät auf allen Ambulanzen und Aufnahmestationen eine Online-Verbindung zum Zentralserver haben kann, sondern eine Netzwerklösung erforderlich ist.

 Erfolgsprojekt e-card?

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