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Gesundheitspolitik 22. November 2006

Doku-Assistenten sollen Turnusärzte entlasten

In einem Pilotprojekt sollen in den steirischen Spitälern 2007 nach deutschem Vorbild so genannte „Medizinische Dokumentations-Assistenten“ eingesetzt werden.

Der steirische Ärztekammer-Präsident Dr. Dietmar Bayer machte zusammen mit Ärzte-Vertretern vergangene Woche einmal mehr auf die schlechte Ausbildungssituation der Turnusärzte aufmerksam. 68 Prozent der Turnusärzte empfinden ihre Tätigkeit als Sekreta-riatsarbeit, zitierte Bayer eine IFES-Umfrage. Die Vertreter forderten den flächendeckenden Einsatz „medizinischer Dokumentations-Assistenten“ nach deutschem Vorbild und ein so genanntes Ausbildungs-Logbuch.

Pilotprojekt soll 2007 starten

Ein Pilotprojekt gemeinsam mit der Kages (Steirische Krankenanstalten GesmbH) sieht vor, in den steirischen Spitälern 2007 solche Assistenten einzusetzen. Weil dazu in Österreich noch die Ausbildungsmöglichkeit fehlt, werde man eine erste Tranche von Fachleuten aus dem Ausland abwerben müssen, so Dr. Herwig Lindner, Obmann der Angestellten Ärzte. Zukünftig könne man sich eine Ausbildung z.B. in Form eines mindestens dreijährigen FH-Studiums vorstellen. Neben dem seit längerem ausgearbeiteten verbindlichen österreichweiten Turnusärztetätigkeitsprofil, Ausbildungskonzepten und einer flächendeckende Finanzierung der Lehrpraxis forderte Bayer auch ein „Ausbildungs-Logbuch“ für Turnusärzte. Dass Turnusärzte Systemerhalter sind, bestätigt die IFES-Umfrage. 42 Prozent der Arbeitszeit würden für nicht ärztliche Tätigkeiten aufgehen, gab Bayer bekannt.

Lösung für Engpass auf Seiten der Ausbildner?

Mangel herrscht zugleich auch auf der Ausbildner-Seite. Prim. Dr. Gerhard Stark meinte, durch den steigenden Druck auf die Ärzte fehle Zeit für die Ausbildung. Mit dem Computer sei der Wunsch nach mehr Dokumentation gekommen, man produziere aber auch sinnlose Datenfriedhöfe. Dem will man entgegen wirken: Eine Arbeitsgruppe in Kooperation mit dem Büro des steirischen Gesundheitslandesrats Helmut Hirt arbeite laut Bayer seit einem Monat an einer Lösung.

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