zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 26. September 2006

Suchtprävention für Arbeitnehmer

In der Stadt Salzburg wurde mit „SuchTeam“ kürzlich eine neue Beratungsstelle für Suchtprävention mit dem Schwerpunkt betrieblicher Bereich eröffnet. Auf die Zusammenarbeit mit Arbeits- und Allgemeinmedizinern wird als wertvolle Unterstützung für die Aktivitäten großer Wert gelegt.

Alkoholkranke Menschen haben 16 Mal höhere Fehlzeiten im Betrieb, außerdem sind sie 3,5 Mal häufiger in Arbeitsunfälle verwickelt. Die Beratungsstelle „SuchTeam“ ist durch eine Zusammenarbeit der Beruflichen Fortbildungszentren GmbH (bfz), dem Landesverband für Psychohygiene und der Caritas Bad Reichenhall entstanden. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Landes, der EU, dem Fonds Gesundes Österreich, der Arbeiter- und Wirtschaftskammer Salzburg sowie der Gebietskrankenkasse. Bis zum Ende des Jahres 2007 kann aus diesen Mitteln eine kostenlose Beratung angeboten werden. „Sucht ist kein privates Problem“, betont Mag. Margarete Laschalt, Mitarbeiterin von „SuchTeam“. „Ein zentrales Ziel unserer Arbeit ist, Menschen mit Alkoholproblemen deutlich früher zu erreichen und ihnen den Weg zu adäquater Unterstützung zu ebnen.“ Oft würden erst dann Maßnahmen gesetzt, wenn es bereits zu massiven Fehlzeiten im Betrieb, zu Unfällen oder schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen gekommen ist. Alkoholprobleme werden sowohl vom Betroffenen als auch von Mitarbeitern und Vorgesetzten lange nicht angesprochen, obwohl mitunter bereits massive Probleme auftreten. Allein im Bundesland Salzburg ergibt sich dadurch ein wirtschaftlicher Schaden von etwa 67 Millionen Euro jährlich. Ein Hauptaufgabengebiet von „SuchTeam“ ist die Beratung von Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, die bekanntlich den Großteil der Arbeitnehmer beschäftigen. „Wir bieten Schulungen zu Grundlagenfragen der Suchtprävention und zum Umgang mit Mitarbeitern mit Alkoholproblemen“, erklärt Laschalt. „Ein Schwerpunkt ist die Gesprächsführung. Dabei werden unter anderem Methoden vermittelt, wie das heikle Thema überhaupt angesprochen werden kann.“ Besonders wichtig wäre, gemeinsam eine Strategie gegen das Verschweigen zu entwickeln.

Kooperation mit Ärzten

„Die Unterstützung durch Arbeitsmediziner ist besonders wichtig und wertvoll“, betont Laschalt. Auch niedergelassene Allgemeinmediziner seien oft die Ersten, denen Symptome von Alkoholproblemen auffallen können, z.B. Unfälle mit unklaren Ursachen, ein Anstieg der Krankenstände, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, soziale Probleme usw. „Diese sollten dann konkret und deutlich angesprochen werden“, regt Laschalt an. Sowohl Allgemein- als auch Betriebsärzte könnten zudem zu einer Verbindlichkeit im Umgang mit Alkoholproblemen beitragen, was den Mitarbeitern von „SuchTeam“ ein besonderes Anliegen ist. „Es reicht nicht aus, einfach einen Vortrag über die möglichen gesundheitlichen und sozialen Probleme von Alkoholmissbrauch zu halten“, sagt Laschalt. Ausschlaggebend seien Kontinuität in Beratung und Begleitung sowie die Vereinbarung konkreter Schritte. „Die Verbindlichkeit ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich Betroffene dem Problem wirklich stellen und mitarbeiten“, betont Laschalt. Bei der Begleitung dieses Prozesses setzt „SuchTeam“ auf die Kooperation mit Hausärzten. „Wir verstehen uns auch als Anlaufstelle für Ärzte, die Fragen zur Betreuung von Menschen mit Alkoholproblemen am Arbeitsplatz haben“, bietet Laschalt an. Unternehmen wiederum können betroffene Mitarbeiter an die Beratungsstelle vermitteln oder zumindest darauf hinweisen. Als Erstes wird geklärt, ob Alkoholmissbrauch vorliegt bzw. ob eine Entziehungskur notwendig ist. Im Bedarfsfall werden die Personen an entsprechende Einrichtungen weitervermittelt.

Weitere Informationen: Tel. 0662/880-231-24, Homepage www.suchteam.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben