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Gesundheitspolitik 5. September 2006

Überwachte Qualität bei Ausbildung

Wer eine Lehrpraxis absolvieren wollte, war bislang sehr stark von nur sehr unregelmäßig und oft viel zu wenig fließenden finanziellen Mitteln abhängig. Und das, obwohl die Erfahrungen in der Lehrpraxis gerade auch von späteren Spitalsärzten als sehr wichtig und bereichernd erachtet werden. Lehrpraxen bekommen nun auch stärker die Chance, ihre Tätigkeiten auszuweiten.
Der Visitationsausschuss im jeweiligen Land befragt sowohl die Leiter der Ausbildungsstätte, den Mittelbau - also die Ärzte, die bei der Ausbildung unmittelbar beschäftigt sind - als auch Turnusärzte selbst. Bei der Visitation von Lehrpraxen werden also auch Ärzte einbezogen, die diese absolviert haben.

Sanktionen drohen

Der Visitationsausschuss kann in seinem Bericht auch Empfehlungen für Veränderungen geben - dem muss innerhalb von sechs Monaten nachgekommen werden. Danach erfolgt eine weitere Visitation. Bei Nichterfüllung dieser Auflagen droht die Aberkennung des Status als Ausbildungsstätte. Eine Visitation kann übrigens abgelehnt werden, allerdings nur einmal, da sonst ebenso die Aberkennung des Status Ausbildungsstätte droht. 
Wer eine neue Ausbildungsstätte einrichten will, muss sich also nicht mehr an das Gesundheitsministerium, sondern an die jeweilige Landesärztekammer wenden (Antragsformulare können auf der Website der Österreichischen Ärztekammer abgerufen werden: www.aek.or.at - Link "Ausbildung" anklicken). Auch dann erfolgt eine gründliche Visitation, die, so betont Hovdar nochmals, "ein weiteres wichtiges Instrument zu einem professionellen Qualitätsmanagement im gesamten Gesundheitswesen ist". 
Stellenbeschreibung
Im Zuge der neuen Aufgabe für die Ärztekammer fordert er eine Stellenbeschreibung für ärztliche Aufgabenbereiche ein. Besonders wichtig wäre diese für Turnus- und Assistenzärzte - aufgebaut werden kann hier auf dem neuen Ausbildungskonzept der Ärztekammer, das im Juni beschlossen wurde (siehe Kasten).
Um der wichtigen Aufgabe der Ausbildung auch tatsächlich nachkommen zu können, fordert Hovdar weiters eine "spürbare Entlastung im administrativen Bereich für Ärzte". Die Rechtsträger könnten Stellen für "medizinische Documentaria" schaffen, dies würde auch eine deutliche Entlastung für das Pflegepersonal bringen bzw. sicher stellen, dass Turnusärzte mehr machen können, als ständig Formulare auszufüllen. 
Spannend wird bei der neuen Regelung noch die Frage der Finanzierung: Die Kosten für eine Vistation schätzt Hovdar auf 1.200 Euro. Diese werden momentan noch aus dem jeweiligen Kammerbudget beglichen - sicher keine langfristige Lösung.

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