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Gesundheitspolitik 5. September 2006

Suchtproblematik analysiert

Viele Jugendliche probieren illegale Substanzen. Doch dieser erste Kontakt mit Drogen muss nicht zwangsläufig in dauernde Abhängigkeit führen. Die Drogenerfahrungen beschränken sich aber häufig auf den Experimentierkonsum und auf einen begrenzten Zeitraum. Vergleichsweise wenige Jugendliche sind als suchtgefährdet anzusehen bzw. entwickeln einen problematischen Drogenkonsum. Diese Jugendlichen benötigen besondere Unterstützung und rücken daher zunehmend in das Blickfeld der Gesundheitspolitik.

Das ÖBIG setzte sich im Auftrag der Abteilung für jugendpolitische Angelegenheiten des BMSG intensiv mit diesem Thema auseinander. Im Rahmen der Studie "Drogenspezifische Problemlagen und Präventionserfordernisse bei Jugendlichen" wurden Schutzfaktoren gegen und Risikofaktoren für problematischen Drogenkonsum bei Jugendlichen analysiert. Gleichzeitig interessierten die Anforderungen an zielgruppenspezifische Präventionsmaßnahmen.
Die Studie zeigt auf, dass suchtgefährdete Jugendliche im Bereich der Jugendarbeit häufig nicht die erforderliche Unterstützung finden oder sogar ausgeschlossen sind. Gleichzeitig sind Spezialeinrichtungen (z.B. in der Drogenarbeit, Psychiatrie) oft nicht auf Jugendliche ausgerichtet.

Wichtigstes Ergebnis des Projektes ist daher die Empfehlung, die Betreuung dieser Jugendlichen durch "integrative Angebote" innerhalb der Jugendarbeit in Kooperation mit Spezialeinrichtungen sicherzustellen. Die zentrale Rolle und Koordinationsfunktion soll dabei die Jugendarbeit innehaben, um die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt durch vertraute Bezugspersonen zu unterstützen. Damit soll auch eine Diskriminierung der betroffenen Jugendlichen, die oft bereits bestehende soziale Probleme noch verstärkt und damit auch präventionspolitisch nachteilig ist, vermieden werden.
Modelle zur konkreten Umsetzung dieser Empfehlungen werden derzeit in einem Nachfolgeprojekt erarbeitet.

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