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Gesundheitspolitik 5. September 2006

Suchtprävention: Information statt Zeigefinger

Suchtgift- und Drogenmissbrauch unter Jugendlichen haben in den vergangenen Jahren alle gesellschaftlichen Kreise und damit auch die Schule erfasst. Der Erstkontakt, vor allem mit legalen Drogen wie Alkohol und Nikotin bzw. Aufputschmitteln, aber auch mit illegalen Substanzen, findet immer früher statt. Für alle Fragen der Suchtprävention und des Suchtgiftmissbrauches gibt es in Salzburg daher nun seit Beginn des Schuljahres 2002/2003 eine "Kontaktstelle für Suchtprävention - KIS", ein österreichweit einzigartiger Ansatz.

Methoden weiterentwickelt

Die Methoden auch in der schulischen Suchtprävention haben sich stark weiterentwickelt. Von der abschreckenden Methode mit dem erhobenen Zeigefinger hin zur behutsamen situationsbezogenen Information und Hilfe, vom Einzelkämpfertum der Idealisten hin zur Vernetzung der besten
Experten. Zu KIS gehören in Salzburg Experten(teams) aus folgenden Bereichen: Schulärzte, Schulpsychologie sowie Landesschulrat für Salzburg, Pädagogisches Institut, Lehrer/innen verschiedener Schultypen, Exekutive, Staatsanwaltschaft und Schulpartner (Schüler, Eltern). KIS versteht sich als niedrigschwellige Anlauf- und Informationsstelle für SchülerInnen, Eltern oder andere Angehörige, die Lehrerschaft, ebenso aber Ansprechpersonen aus dem Umfeld der Familien wie etwa auch Hausärzte.

Schulung und Förderung

Die Arbeit von KIS hat mehrere Schwerpunkte: Ein wichtiger Schritt ist die Schulung und Förderung von Vertrauenslehrern durch fachliche Beratung und Unterstützung bei Präventionsprojekten, fachliche Beratung und Unterstützung im Anlassfall sowie gezielte Aus- und Fortbildungsprogramme durch das Pädagogische Institut. Finanzielle Mittel stehen weiters für fächerverbindende themenbezogene Unterrichtsprojekte zur Verfügung. Gezielt gefördert wird zudem die Schulung von Schülermultiplikatoren sowie von Peergroups in der Präventionsarbeit - ein Ansatz, der sich inzwischen weltweit bewährt hat.
Weiters werden Unterrichtsmaterialien und Ratgeber erstellt, z.B. "Schule und Drogen - aus rechtlicher Sicht". In den Schulbibliotheken wird dafür gesorgt, dass auch dort aktuelle Literatur rund um das Themenfeld Sucht zu finden ist, bzw. werden Literaturtipps und Listen von externen Experten für Lehrer, Eltern und Schulärzte zusammengestellt. Unterstützung und Begleitung wird auch für Elternabende, Diskussionsveranstaltungen und pädagogische Konferenzen, aber auch für Veranstaltungen z.B. des Projekts "Gesunde Gemeinde" angeboten. Dazu kommen regelmäßige Fortbildungsangebote für Schulärzte sowie Informations- und Kooperationsaktionen, in die u.a. auch Sozial- und Gesundheitsinstitutionen sowie niedergelassene Ärzte einbezogen werden.

Kontakt: 
Kontaktstelle für Suchtprävention - KIS
Bundesgymnasium Nonntal, Josef-Preis-Allee 3, 5020 Salzburg
Prof. Mag. Wolfgang Grüll, 
Telefon: 0662/84 04 19, eMail:   

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