zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 4. September 2006

Rehabilitation statt Rente

Im Jahr 2000 bezogen etwa 51.000 ÖsterreicherInnen eine Invaliditätspension wegen einer psychiatrischen Erkrankung. Diese ist nach Erkrankungen des Bewegungsapparates der zweithäufigste Grund für die Zuerkennung einer solchen Pension - Tendenz steigend.
Während adäquate Rehabilitationsmaßnahmen bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, bei Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen usw. selbstverständlich sind, existierten bisher in Österreich keine vergleichbaren Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Der Verlust des Arbeitsplatzes oder Pensionierung kann Minderwertigkeitsgefühle und Rückzug aus dem gesellschaftlichen Umfeld bewirken, meint Dr. Egon Haberfellner, ärztlicher Leiter von "Sonnenpark", dem neuen Rehabilitationszentrum für psychosoziale Gesundheit der "pro mente" in Bad Hall (OÖ).
Auch in Kärnten wurde vor kurzem ein Rehabzentrum für psychosoziale Gesundheit von "pro mente" eröffnet. Die Kosten für den Aufenthalt übernehmen beispielsweise die Pensionsversicherungsanstalten der Arbeiter und Angestellten, die Patienten müssen einen Selbstbehalt bezahlen. Der Aufenthalt dauert zwischen vier und acht Wochen.
Im Rehabilitationsprogramm beider Zentren stellt Gruppentherapie einen wesentlichen Schwerpunkt dar. Auch Einzelpsychotherapie, medikamentöse Behandlung, Ergotherapie und verschiedene kreative Therapieangebote sind vorgesehen. Physiotherapie, Beratung zur allgemeinen Gesundheitsförderung, Entspannungsmethoden sowie die Planung der weiterführenden Behandlung dienen der Vervollständigung des Rehabilitationsprogramms.
Der ganzheitliche Ansatz rechnet sich nicht nur für die Pensionsversicherungsanstalten, sondern für das gesamte Gesundheitssystem. In vielen Fällen ist eine Rückkehr ins Arbeitsleben möglich. 
"Aufgenommen werden Menschen mit allen psychischen Erkrankungen, wie schizophrene oder affektive Störungen, Angst- beziehungsweise Zwangsstörungen, wenn ein Rehabilitationserfolg innerhalb der vorgesehenen Behandlungsdauer realisierbar erscheint", erklärt Haberfellner. Nicht aufgenommen werden können Patienten mit akuten psychiatrischen Erkrankungen, Alkohol- und Drogensüchtige.
"Wir möchten Hausärzte ermutigen, mit uns Kontakt aufzunehmen und über Patienten zu reden, die aus ihrer Sicht in den Rehabilitationszentren behandelt werden sollten", so Haberfellner. Angeboten werden auch unverbindliche Vorgespräche mit den Patienten, die aus ganz Österreich kommen werden.

Infos: 
 

Pro mente OÖ, "Sonnenpark"
Parkstraße 5, 4540 Bad Hall, Tel. 07258/295-92, Fax DW -55; eMail: reha-sonnenpark@promenteooe.at, www.reha-sonnenpark.at 
 
Reha Klinik für Seelische Gesundheit GmbH von pro mente Kärnten,
9020 Klagenfurt, Feldkirchner Straße 84. Tel. 0463/430-007, Fax /430-008;  

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben