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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Weg von der Zigarette: steigende Nachfrage

Immer mehr Tiroler scheinen dem "blauen Dunst" durch eine Raucherentwöhnung auf Krankenschein entsagen zu wollen. Im vergangenen Jahr hätten 106 Personen die Therapie der Raucherberatungsstelle an der Universitätsklinik für Psychiatrie in Innsbruck in Anspruch genommen. 60 Personen seien "abstinent" aus dem Programm entlassen worden, erklärte die Leiterin der Raucherberatungsstelle Univ.-Prof. Verena Günther der APA.

Die Bereitschaft der Raucher, sich "therapeutische Hilfe" zu suchen, steige "sichtlich" an, betonte Günther. In den vergangenen zwei Jahren sei die Zahl der Raucher-Patienten zwar fast ident gewesen, im Vergleich zu den Vorjahren aber deutlich gestiegen. Vor allem Menschen ab 40 bis 50 Jahren, quer durch alle Bevölkerungsgruppen, würden zur Therapie kommen. Dies seien vor allem "schwere Fälle" mit einem Konsum von ungefähr 30 bis 40 Zigaretten pro Tag.

In einer "offenen Beratung", die nicht zeitlich begrenzt und "individuell auf den Lebenshintergrund abgestimmt" sei, werde die Entwöhnung von zwei Psychologinnen durchgeführt. In wöchentlichen Therapiegesprächen würden vor allem die "Ängste vor dem Nicht-Rauchen", wie eine mögliche Gewichtszunahme oder der "Verlust der gesamten Identität", thematisiert.
Die gesamte Therapiedauer werde absichtlich "eher lang" bemessen, da meistens "zu schnell entwöhnt" werde. Schließlich würden die Menschen Zeit brauchen, um sich "als Nichtraucher zu spüren", sagte Günther. Durchschnittlich betrage die Entwöhnung ungefähr vier bis fünf Monate.

Am Ziel, von der Zigarette los zu kommen, habe sich nichts geändert, erklärte Landessanitätsdirektor Christoph Neuner. Lediglich die "Behandlungsmethoden und Beweggründe für eine Entwöhnung haben sich im Lauf der Zeit gewandelt". Während früher vorwiegend "finanzielle" und "gesundheitliche" Gründe als Entwöhnungsmotive genannt worden seien, seien es heute vor allem persönliche, wie "nicht mehr von der Zigarette im Leben bestimmt zu werden oder mehr Unabhängigkeit zu erlangen", sagte Neuner. Die Raucherberatungsstelle an der Klinik Innsbruck wurde 1984 gegründet und wird vom Land Tirol finanziert. 

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