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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Punkte für Qualitätszirkel

Qualitätsgesichert, unabhängig und unverzichtbar. Diese hehren Ansprüche gelten für das Angebot zur ärztlichen Fortbildung in Österreich, wie Dr. Wolfgang Routil, Präsident der akademie der ärzte, bei einer Pressekonferenz in Wien festhielt. Drei Säulen werden diesem Credo in jedem Fall gerecht: die von der Österreichischen Ärztekammer veranstalteten Ärztetage, Diplomfortbildung und Qualitätszirkel.

Erstmals gab es bei den diesjährigen Ärztetagen in Bad Hofgastein Qualitätszirkel-Fragestunden unter dem Motto: "Fragen aus der Praxis." Diese Art des ärztlichen Erfahrungsaustausches wird aber auch unabhängig von größeren Veranstaltungen praktiziert. Für die Teilnahme daran können seit kurzem auch Punkte gemäß dem Diplom-Fortbildungs-Programm (DFP) verbucht werden. Laut akademie gibt es in Österreich derzeit 320 Moderatoren für Qualitätszirkel, etwa 2.000 Ärzte sind in solchen "Runden" tätig.
Verantwortlich für die Organisation von Qualitätszirkeln sind die Kurien der niedergelassenen Ärzte. Angerechnet werden vier Punkte pro Sitzung, die im Normalfall etwa zwei Stunden dauern. "Damit ist es gelungen, Fortbildung und Qualitätssicherung auf einem hohen Niveau zu implementieren, ohne die Ärzte zusätzlich zu belasten", so Routil.
Gemessen am Aufwand, kommt auch die vor einem Jahr gestar-tete Literaturfortbildung nach DFP-Kriterien der beruflichen Situation von Ärzten entgegen. Das Interesse daran nimmt ständig zu. Einzelne Ärztemedien bieten Literaturfortbildung in Printform an, die Online-Variante müssen alle Anbieter auf der Homepage der arztakademie (www.arztakademie.at) veröffentlichen. Das Online-Angebot verzeichnete von Mai 2001 bis März 2002 mehr als 24.000 Zugriffe, insgesamt wurden elektronisch 4.100 Tests absolviert. Auffallend dabei ist das kontinuierlich zunehmende Interesse von Spitalsärzten.

Sowohl Literaturfortbildung als auch Qualitätszirkel haben sich als wünschenswerte Ergänzung zur klassischen Form der Fortbildung bei Kongressen, Symposien oder Tagungen erwiesen. Im europäischen Vergleich liegt Österreich gut im Rennen. Deshalb wird - als "vierte Säule" - bereits eifrig an der Entwicklung von Standards für den europäischen Raum bzw. mit amerikanischen Ärztevertretungen gearbeitet.

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