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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Pjeta sieht keine überhöhten Kosten

Als "nicht nachvollziehbar und daher höchst irreführend" bezeichnet der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Otto Pjeta, die jüngst auf einer Tagung des Versicherungsverbandes vom Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) der WU Wien präsentierten österreichischen Gesundheitskosten. "Die Aussage der Studienleiterin Eva Pichler, wonach Österreich ein sehr teures Gesundheitssystem habe, widerspricht allen offiziellen, nationalen und internationalen Daten", stellt der Ärztekammerpräsident in einer Aussendung fest.
Österreich liegt laut IWI bei der öffentlichen Gesundheitsquote, den öffentlichen Gesundheitsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), mit 8,6 Prozent weltweit an erster Stelle.
"Es besteht der Verdacht, dass Aufwendungen berücksichtigt wurden, die nach OECD-Standard in keinem Land zu den Gesundheitskosten gerechnet würden", kritisiert Pjeta die Berechnungen des IWI. Im Besonderen spricht der Ärztekammerpräsident "gesundheitsferne" Komponenten wie die Seniorenversorgung und Pflegeheime an.
"Es handelt sich bei der Berechnungsmethode der Wirtschaftsuniversität um einen singulären Ansatz, der Verwirrung und Unsicherheit stiftet", so Pjeta.
Laut Ärztepräsident haben nach offiziellen Zahlen die österreichischen Gesundheitskosten im Jahr 2000 mit 8,0 Prozent einen Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP), der in der Mitte der Industriestaaten liege. Der Anteil der öffentlichen Gesundheitsausgaben am BIP betrage nach den offiziellen Unterlagen der Statistik Austria auf der Grundlage des international vergleichbaren OECD-Standards 5,6 Prozent. Wie bei den Gesamtausgaben liege Österreich auch hier an der 14. Stelle im internationalen Vergleich.
Pjeta hält die Präsentation des Datenmaterials durch das IWI gerade in Zeiten, da Österreich zunehmend Zeichen der Unterfinanzierung im Gesundheitssystem spüre, für "äußert bedenklich". Sollte es nach Ansicht der Experten notwendig sein, die Berechnungsmethoden auf eine neue Basis zu stellen, dann sei jedenfalls der internationale Gleichklang zu suchen. Nur so könne man seriös Zahlen veröffentlichen. Zustimmung kommt vom obersten österreichischen Ärztevertreter dahingehend, dass es in unserem Land dringend einer umfassenden Reform bei Finanzierung und Struktur im Gesundheitswesen bedürfe. 

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