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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Heftige Diskussion um Personalschlüssel

Auslöser der neuen Diskussion zum altbewährten Thema war eine Telefonaktion der oberösterreichischen Grünen - nicht nur MitarbeiterInnen aus Spitälern, sondern auch aus dem extramuralen Bereich beklagten sich über mangelnde Personalressourcen. Diese würden auch ohnehin belastende Arbeitssituationen verschärfen, zudem gäbe es auch große Schwierigkeiten im Verwaltungsbereich.

Seltene Pausen

Seit 1997 die leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung eingeführt wurde, hören Berichte darüber nicht auf, dass Ablauf und Diagnose und Therapie nicht nur für Ärzte und Ärztinnen, sondern vor allem auch für das Pflegepersonal sehr dicht geworden sind. Verschnaufpausen sind die absolute Seltenheit, der nach wie vor als sehr hoch erlebte Aufwand im bürokratischen Bereich lässt weniger Zeit für individuelles Eingehen auf Patienten und fördert Burn-Out.

Der Druck steigt

Überstunden werden angehäuft, Urlaubstage verfallen, die Fluktuation steigt. Da Patienten früher entlassen werden, steigt auch der Druck bei extramuralen Einrichtungen - bei Alten- und Pflegeheimen (siehe Kasten) und auch bei mobilen medizinischen, therapeutischen und sozialen Diensten. 
Aber es gibt Unterstützung: Die oberösterreichische Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger nimmt den steigenden Stress wahr: "Trotz Personalaufstockungen in den letzten Jahren konnte nicht verhindert werden, dass sich immer mehr Mitarbeiter am psychischen und physischen Limit bewegen."Fakt ist, dass die Zahl der Aufnahmen in den Spitälern weiter im Steigen begriffen ist - seit 1998 ist sie von ca. 518.000 auf über 586.000 gestiegen. Es gibt zwar auch um 885 mehr Pfleger und Krankenschwestern - aber der Aufwand ist deutlich gestiegen. Auch das Pflegepersonal muss sich um mehr Patienten als bisher kümmern. Laut Rechnung der Grünen würden bis zu 300 Personen im Pflegebereich fehlen.
Landeshauptmann Josef Pühringer kündigte daraufhin "eine seriöse Diskussion über mögliche Aufstockungen an." Er meinte damit sowohl den Pflege- als auch den ärztlichen Bereich. "Je mehr Personal, desto besser", kommentiert Dr. Haralf Berger, Kurienobmann der angestellten Ärzte in Oberösterreich. Die Personalvertretungen können aber Pühringers Versprechungen wenig Glauben schenken - personelle ließen sich eben nicht von heute auf morgen aus der Welt schaffen. Und wer als regionales Krankenhaus zu laut in den Chor der Forderungen einstimmt, würde eher kontraproduktiv handeln. Pflegepersonal ist auch für Alten- und Pflegeheime und für extramurale Dienste schwer zu bekommen. Auch wenn die entsprechenden Schulen nicht über mangelnde Anmeldungen klagen können, herrscht erstens eine krasse Kluft zwischen dem Output und dem ständig wachsenden Bedarf und bleibt die Fluktuation eines der brennendsten Probleme im Pflegebereich. 

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

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