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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Hausärzte stärker in Überleitungspflege einbinden

Vor etwa fünf Jahren wurde in Österreich mit der Ausarbeitung der ersten Konzepte für Überleitungspflege begonnen. Der Grundgedanke: Die Kommunikation mit dem niedergelassenen Bereich muss intensiviert und institutionalisiert werden. 
Im Herbst 2001 startete in Oberösterreich ein eigener "Lerngang" des Institut für Bildung im Gesundheitsdienst (IBG) für Krankenhauspersonal zum Thema Überleitungspflege, der kürzlich abgeschlossen wurde. In allen vertretenen Krankenhäusern wurde auf dieser Grundlage ein eigener Posten für die Überleitungspflege geschaffen: Krankenschwestern, zu deren Aufgaben nicht nur Informationsmanagement, sondern auch die Vorbereitung der PatientInnen, die intensive Einbeziehung der Angehörigen, niedergelassener Ärzte sowie von mobilen medizinischen und sozialen Diensten gehören. 
Während des Lerngangs entstanden viele Projektgruppen, in die auch Hausärzte einbezogen wurden. So etwa Dr. Werner Mahn, Arzt für Allgemeinmedizin im Bezirk Grieskirchen. "Es geht vor allem auch um ein gegenseitiges Verständnis: zwischen Ärzten und Pflegepersonal in den Spitälern und uns niedergelassenen Ärzten, die einfach ganz andere Probleme haben."
Dazu kommt, dass Patienten immer früher entlassen werden. "Es erfolgt die Diagnosesicherung und Anpflege - das ist aber erst der Start, und damit dieser gelingt, ist ein gutes Entlassungsmanagement sehr wichtig."
Wissenslücken gibt es etwa darüber, welche Medikamente oder Heilbehelfe chefarztpflichtig sind. "Wird jemand am Nachmittag oder am Samstag entlassen, kann keine Genehmigung eines solchen Rezeptes eingeholt werden."
Mahn hat in der Projektgruppe mit Ärzten und Pflegepersonal aus dem LKH Grieskirchen um Verständnis für scheinbar überhastete Einweisungen geworben. "In manchen Situationen ist es so, dass plötzlich etwas im sozialen Netz nachgibt, z. B. ein Angehöriger ausfällt" - dann braucht es eine sofortige Einweisung, ohne dass der Arzt noch eine gründliche Begutachtung machen kann. Vereinbart wurde, auf den Überweisungen auch die Indikationen "soziale Gründe" oder "Pflegebedarf" zu vermerken. So würden sich Lücken in der Versorgung vermeiden lassen.
"Allein durch das Projekt hat sich der Informationsfluss stark verbessert", berichtet Mahn. So wird der Kurzarztbrief per Fax an Hausarzt oder den diensthabenden Arzt direkt übermittelt, und es erfolgt auch zeitgerecht eine Vorinformation der Entlassung. 
Mahn motiviert Kollegen, den stärkeren direkten Kontakt zu Spitälern zu nutzen, vor allem, wenn dort das Konzept der Überleitungspflege umgesetzt wird. 

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