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Gesundheitspolitik 4. September 2006

"Grauer Markt" bei Heiltätigkeiten

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat die Bezirksverwaltungsbehörden dazu aufgerufen, sich des zunehmenden Wildwuchses im Bereich der nicht-ärztlichen Gesundheitsanbieter anzunehmen.
"Es fällt auf, dass sich in jüngster Zeit immer mehr Menschen im Gesundheitssystem beruflich betätigen und auch medizinische Angebote machen, ohne die erforderliche Qualifikation dafür vorweisen zu können", berichtete der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Otto Pjeta. So häuften sich die Berichte von Fällen selbsternannter Heiler.
Als "alarmierend" bezeichnet Pjeta in diesem Zusammenhang den jüngsten Fall einer "falschen Psychotherapeutin", die offenbar ohne entsprechende Qualifikation in der Ordination eines Arztes im Bezirk Linz Land tätig gewesen war.

"Die zuständigen Behörden sind hier dringend aufgerufen, sich der Problematik anzunehmen und unseriösen Machenschaften im Bereich der nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe bereits im Vorfeld durch engmaschige Kontrollen den Riegel vorzuschieben", forderte Pjeta. "Dies ist eine der wichtigsten Aufgabenstellungen der Bezirksverwaltungsbehörden, der sie verstärkt nachkommen müssen - zumal die Standesvertretungen aufgrund ihrer Aufgabenstellung nur im Nachhinein mit den Problemen befasst werden."
In diesem Zusammenhang seien auch die Patienten zu mehr Misstrauen aufgerufen Im Zweifelsfall sollten sie sich nach Qualifikationen erkundigen und gegebenenfalls auch Urkunden zeigen lassen. Bei exotisch klingenden Berufsbezeichnungen oder Titeln sei Vorsicht angezeigt.

Die zunehmende Deregulierung nicht-ärztlicher Gesundheitsberufe habe dem Entstehen eines "Grauen Marktes" Vorschub geleistet, warnte Pjeta. Es werde immer leichter, in diesen Bereichen tätig zu werden. Offenbar fühlten sich vor diesem Hintergrund Menschen animiert, auch ohne entsprechende Qualifikation Gesundheitsleistungen anzubieten. Durch die Fülle von Anbietern auf dem Gesundheitsmarkt seien für die Patienten oft seriöse von unseriösen Angeboten nicht mehr zu unterscheiden. Dazu hätten auch die diversen neuen Ausbildungsangebote verschiedener Universitätslehrgänge beigetragen, die exotisch klingende Berufstitel verliehen. 

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