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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Förderung für Pflegeberufe

Pflegeberufe sind Jobs mit Zukunft, der Bedarf steigt ständig. Angesichts der relativ hohen Arbeitslosigkeit in Österreich will man auch im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit diese Schiene zur Beschäftigung nutzen. Minister Martin Bartenstein: "Wenn wir die bei der Aus- und Weiterbildung bestehenden Probleme überwinden, dann öffnen sich große Chancen für den Arbeitsmarkt." 
Derzeit, so Bartenstein, gebe es eine bundeseinheitliche Ausbildung nur für diplomierte Pflegeberufe, während ein/e Altenbetreuer/in die Ausbildung nur im jeweiligen Bundesland anwenden kann. Dieses Hemmnis für eine Tätigkeit über Bundesländergrenzen hinweg gehöre beseitigt.
Vorrangig sind für den Minister aber Maßnahmen für die Qualifizierung von Wiedereinsteiger/innen. Wegen der kontinuierlich steigenden Lebenserwartung und der zu erwartenden Zuwächse bei der Zahl der hilfs- oder pflegebedürftigen Personen sei hier nämlich ein besonderes Potenzial für den Arbeitsmarkt festzustellen, der überdies auch besonders für ältere Arbeitnehmer/innen geeignet ist.
Angeboten werden soll eine Karenz zur Weiterbildung in der Dauer von zwei Jahren. Diese wird vom Arbeitsmarktservice (AMS) gefördert.
Das zweite Modell sieht eine Teilzeitbeschäftigung vor: Hier kann eine bestehende Vollbeschäftigung auf Teilzeitbeschäftigung reduziert werden, um beispielsweise daneben die Weiterbildung von einer Heim- oder Pflegehilfe zur diplomierten Pflegefachkraft zu absolvieren. Auch dafür soll das AMS Mittel zur Verfügung stellen.

Skepsis beim Fachverband

"Einige Aspekte der von Minister Bartenstein präsentierten Ausbildungsmodelle für die Pflegeberufe unterstütze ich", so Christine Ecker, die Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV).
Der ÖGKV warnt davor, vermehrt Hilfskräfte auszubilden und ausschließlich damit den steigenden Pflegebedarf decken zu wollen. Die Qualifizierung der Pflegepersonen bestimmt die Qualität der Leistung, diese Tatsache wird auch durch die umfangreiche Studie der Harvard School of Public Health belegt.
Es gilt, bundeseinheitliche Ausbildungsmodelle umzusetzen, die eine Durchlässigkeit von der Pflegehilfe bis zum universitären Abschluss gewährleisten.
In den Ländern der Europäischen Union und auch den Beitrittskandidaten ist die Ausbildung der Pflegeberufe bis hin zum regulären Studium der Pflegewissenschaften möglich. Österreich stellt hier das Schlusslicht dar, dies ist besonders in Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Pflegenden bedenklich.

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