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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Ethik in der täglichen Praxis

Fragen der Ethik spielen heute in der Medizin eine bedeutende Rolle. Sie sollten nicht mit Argumenten à la "Ethik mag ja schön und gut sein, nur darf sie mich in meinen Aktivitäten nicht behindern" beiseite gewischt werden, wie dies etwa manch prominenter Reproduktionsmediziner tut.
Das Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) in Wien-Landstraße organisiert regelmäßig Seminare (Jour-fixe-Abende), bei denen ethische Fragen mit Hilfe von Fallbesprechungen diskutiert werden.
Ein Mitarbeiter der ÄRZTE WOCHE nahm an einem Seminar teil, bei dem zunächst IMABE-Geschäftsführer Prof. Dr. Enrique H. Prat erklärte, was Ethik in der Medizin leisten kann und danach das Thema "Wahrheit am Krankenbett" anhand eines wirklichen Falles besprochen wurde.
Es ging dabei um eine Patientin, die bei der Einlieferung ins Spital große Furcht vor einer möglichen Krebserkrankung äußerte. Die Diagnose ergab ein Magenkarzinom mit ausgedehnten Lebermetastasen. Eine Operation kam nicht mehr in Frage. Der Chirurg erklärte der Patientin, dass keine Krebserkrankung vorliege, informierte aber den Lebensgefährten und den Sohn über den wahren Sachverhalt. Als die Patientin schon sehr schwach war, aber immer noch auf Heilung hoffte, stellte sich zum wiederholten Mal die Frage, ob sie nicht doch aufgeklärt werden sollte.

Jour-fixe-Abende werden vom Fortbildungsreferat der Ärztekammer für Wien mit zwei Fortbildungsstunden anerkannt. Weitere Infos unter Tel. 01/715 35 92; www.imabe.org

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