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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Kritik an schlechter Datenlage der Kassen

Im Rahmen der Informationsaktion zur e-card (Chipkarte) wurden in ganz Österreich seit Anfang Februar dieses Jahres insgesamt 3,8 Millionen Datenblätter versandt. Die Rücklaufquote lag bisher bei 18,6 Prozent, bestätigte der Pressesprecher des Hauptverbandes, Dieter Holzweber. Das heißt, mehr als 700.000 Versicherte haben zurückgeschrieben und Anmerkungen zu ihren Daten gemacht.
Bis zu 4.000 Anrufe wurden an Spitzentagen in einem speziell dafür eingerichteten Call-Center registriert. Der Großteil der Anfragen betraf allgemeine Bemerkungen zum Datenblatt sowie die Meldung veralteter Daten. Viele Versicherte ersuchten auch um Nachsendung von Datenblättern, da sie die Briefe irrtümlich weggeworfen hatten.

Ärztekammer beunruhigt über Datenverwaltung

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Otto Pjeta, hatte bereits vor einiger Zeit - nach Anlauf der Datenerhebungsaktion in Oberösterreich - die schlechte Datenlage der Sozialversicherungen in einer Aussendung kritisiert: "Das ist sehr beunruhigend für Patienten und Ärzte, die auf die ordnungsgemäße Verwaltung der Versicherungsdaten durch die Kassen vertrauen." Es gehöre zu ihren Kernaufgaben, die Datensätze der Versicherten regelmäßig zu aktualisieren und nicht erst dann, wenn eine e-card in Umlauf gebracht wird, betonte er.

Datenabgleich kostet Millionen

Rund zwei Millionen Euro werden die Aufwändungen für den Datenabgleich - vom Druck der Folder und Kuverts bis zum Porto - in ganz Österreich betragen, rechnet die Kärntner Gebietskrankenkasse, die für die gesamte Abwicklung im ganzen Bundesgebiet zuständig ist. Versicherte, die die Unterlagen erhalten, werden ersucht, die Daten genau zu prüfen und nur dann zurückzusenden, wenn Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen sind, betonte Mag. Alfred Wurzer, Direktor der Kärntner Gebietskrankenkasse bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt.

Erhebung in Kärnten

Über 420.000 Kärntner bekommen in diesen Tagen Post von der Krankenkasse. Enthalten ist ein Fragebogen zum Datenabgleich für die e-card, die ab kommendem Jahr den Krankenschein ersetzen soll. Die Versicherten werden aufgefordert, der Kasse zu melden, falls die Angaben, z.B. Versicherungsnummer, Vor- und Familienname, Titel, Geburtsdatum, Geschlecht und Zu-stelladresse, nicht stimmen sollten.

Mag. Andrea Fried, Ärzte Woche 20/2002

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