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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Waneck: "Gesundheitspolitik nach Plan"

Anlässlich der 3. Österreichischen Gesundheitskonferenz präsentierte FP-Gesundheitsstaatssekretär Univ.-Prof. Dr. Reinhart Waneck das Vorhaben, einen nationalen Gesundheitsplan für Österreich zu gestalten, der bis zur nächstjährigen Gesundheitskonferenz abgeschlossen sein soll. Es sei höchste Zeit, dass Gesundheitspolitik einmal nach Plan erfolgt.
"Nach der Phase der Konsolidierung, die nach dem Wildwuchs der vergangenen Jahrzehnte notwendig war, ist es nun an der Zeit, systematisch vorzugehen und einen nationalen Gesundheitsplan zu erarbeiten", betonte Waneck. "Wesentlich ist, dass mit einem derartigen Plan Weichenstellungen für die Zukunft erfolgen, die nachhaltige Veränderungen und Verbesserungen sicherstellen."
Und weiter sagte der Minister: "Ein wesentlicher Punkt ist daher die Mitsprache der Bevölkerung, da Gesundheitspolitik die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar und sehr persönlich betrifft. Ich möchte daher die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger an gesundheitspolitischen Fragen fördern und die Möglichkeiten für den Einzelnen, an der Weiterentwicklung der österreichischen Gesundheitspolitik mitzuwirken, verbessern." 

Ein Ansatzpunkt unter mehreren sei der dokumentierte Gesundheitsstatus der Bevölkerung. Derartige Daten existieren aus unterschiedlichen Quellen und werden laufend erhoben.
So können zum Beispiel aus dem System der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung die Bereiche herausgearbeitet werden, von denen die Bevölkerung am häufigsten betroffen ist, so der Minister.
Wesentlich sei auch, einen geschlechtsspezifischen Blickwinkel anzulegen. "Die Einführung des Gender-Mainstreaming-Ansatzes in der Gesundheitsversorgung ist Neuland, es wird jedoch auch eine Aufgabe im Rahmen der Entwicklung des nationalen Gesundheitsplanes sein, hier entsprechende Instrumentarien zu entwickeln", betonte Waneck.

Ziel sei es, die 10 wichtigsten Gesundheitsprobleme Österreichs herauszuarbeiten. Auf dieser Basis wiederum wäre es möglich, einen wissenschaftlich fundierten Aktionsplan aufzusetzen. Aus diesen Prioritäten sollten dann Zielformulierungen herausgearbeitet werden, die sich an den vier grundsätzlich zur Verfügung stehenden Interventionsmöglichkeiten orientieren: Prävention, Früherkennung, Therapie, Nachsorge. 
"Mit einem nationalen österreichischen Gesundheitsplan werden auch Fragen der Prävention und Vorsorge stärker in den Mittelpunkt gerückt. Es wird hier klar zu definieren sein, dass primäre Prävention in bestimmten Bereichen absolute Priorität haben wird, in anderen wieder die Früherkennung. Es wird aber auch festzuhalten sein, dass bei bestimmten Gesundheitsstörungen noch keine vorsorgemedizinischen Konzepte bestehen.

Mit dieser Stärkung der Prävention und der Vorsorgemedizin muss ein nationaler Gesundheitsplan auch sicherstellen, dass alle Maßnahmen einer strengen Qualitätskontrolle unterliegen und regelmäßig evaluiert werden. Wichtig ist, dass alle Maßnahmen der Prävention und Vorsorgemedizin sowohl die Lebenserwartung erhöhen als auch Lebensqualität verbessern."

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