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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Politiker schätzen Arztberuf ziemlich falsch ein - Teil 2

"Glück und Glas ..." Der Volksmund weiß um den Wert von Lebensfreude und Glücklichsein. Die berufliche Situation spielt dafür eine bedeutende Rolle, denn mindestens ein Drittel pro Arbeitstag wird dafür aufgewendet. Wie glücklich sind Österreichs Ärzte? Im Rückblick über die letzten fünf Jahre hat immerhin ein starkes Drittel (35,26%) Einbußen verzeichnet, 16,8% sind heute "glücklicher" und für 47,52% ist die Situation "unverändert".

Diesen Status quo ergab die Frage 10 der großen Ärztebefragung der ÄRZTE WOCHE "Doktor, quo vadis?". In der aktuellen Ausgabe beleuchten wir die Ergebnisse der Fragen 8 bis 17, die neben der Beurteilung der Gesundheitspolitik auch Erfahrungen mit den Patienten und die Einschätzung der gegenwärtigen und zukünftigen wirtschaftlichen Situation zum Inhalt haben (1. Teil,  ÄRZTE WOCHE vom 20.11.).

"Ich bin Unternehmer" (Frage 8) - so sehen sich "nur" 8,68% der Befragten. Fast die Hälfte (47,8%) hat den "Scheinselbständigen" gewählt (siehe dazu "Kommentar" in der ÄRZTE WOCHE vom 20.11.). Wichtiger als die "Form" ist aber der Erfolg. Noch sind 5,37% mit ihrer wirtschaftlichen Situation "sehr zufrieden" und 51,38% "zufrieden" (Frage 16). Doch satte 63,22% rechnen mit einer Verschlechterung in den nächsten Jahren (Frage 17).

Diese Sorge dürfte ihren Hintergrund auch in der Beurteilung der Gesundheitspolitik haben, die 66,8% als "arztfeindlich" bezeichnen (Frage 11).

Dass sich "daran nichts verändern wird", davon sind 59,37% überzeugt (Frage 13), 38,29% gehen sogar davon aus, dass sich die Politiker in Zukunft "noch weniger" um die Anliegen der Ärzteschaft "kümmern werden". Die Begründung dafür liegt in der unrealistischen Einschätzung der Berufssituation durch die Volksvertreter (Frage 12).

Auswirkungen zeigt dieses Manko unter anderem auf die Betreuung der Patienten. Immerhin 53,31% geben an, "nur noch eingeschränkt ein guter Arzt sein zu können" (Frage 14), wozu die bürokratischen und budgetären Beschränkungen das ihre beitragen. Andererseits hat sich auch das "Patientenprofil" in den letzten Jahren deutlich verändert (Frage 15).

Wie Österreichs Ärzte "neue Kraft schöpfen", um die beruflichen Anforderungen meistern zu können, zeigt Frage 9. Besonders erfreulich die hohe Quote an "Sporttreibenden" (59,78%), die als beispielgebend gelten kann.

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