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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Zum Arbeitsmediziner durch e-learning

Seit März 2003 bietet die Ausbildungsschmiede für Arbeitsmediziner in Klosterneuburg einen Lehrgang in völlig neuer Form. Anstelle des bisher 12-wöchigen Kursus in klassischer "Schulform" tritt ein Modulsystem, das auch e-learning am PC zu Hause inkludiert.

In Zeiten erhöhter Anforderungen in allen Bereichen der Arbeitswelt wird es immer wichtiger, dafür zu sorgen, dass Menschen durch ihre Arbeit nicht erkranken bzw. ihre Leistungsfähigkeit verlieren. Die Arbeitsmedizin beschäftigt sich mit der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter.

Ziele der Ausbildung

Der Arbeitsmediziner hat ein völlig anderes Aufgabenspektrum als der kurativ tätige Mediziner. Er ist beratend und präventiv tätig. Für Ärzte mit speziellem Interesse an Präventivmedizin ist die Ausbildung zum Arbeitsmediziner daher besonders interessant. Neben dem Erwerb des nötigen Fachwissens, ist ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt des Lehrgangs die Entwicklung der Umsetzungskompetenz.
Bisher konnten Mediziner mit ius practicandi in einem zwölfwöchigen Lehrgang mit abschließender Prüfung das ÖÄK-Diplom "Arbeitsmedizin" erwerben. Dieses bildet die Voraussetzung, um als Arbeitsmediziner tätig zu sein.
Im März 2003 startete in Klosterneuburg erstmals ein Lehrgang in völlig neuer Form. Anstelle des 12-wöchigen Kursus in klassischer "Schulform" tritt ein Modulsystem. Die Wissensvermittlung findet abwechselnd in so genannten "Contact Hours" (CH) an der Akademie für Arbeitsmedizin (AAm) und durch "Computer based training" (CBT) im Selbststudium zu Hause statt.

Nur 28 Tage im Lehrsaal

Durch die Einbeziehung des zeit- und ortsunabhängigen Lernens ist die Ausbildung nun flexibler gestaltet als bisher. Die Anwesenheitszeiten an der AAm wurden reduziert auf jetzt 28 Tage statt bisher 60. Die Phasen des Selbststudiums können den persönlichen Rahmenbedingungen individuell angepasst werden. Als Kurstage wurden die Wochentage Donnerstag bis Samstag gewählt, um die Anzahl der erforderlichen Urlaubstage möglichst gering zu halten. Damit gibt es nun ein attraktives Angebot auch für jene Ärzte, welche die Ausbildung zum Arbeitsmediziner bisher aus Zeitgründen nicht machen konnten.

Das Konzept des Modulsystems

In einem Grundmodul, das an der AAm stattfindet, werden jene Basisinhalte vermittelt, die für das Verständnis der nachfolgenden Module nötig sind. Für das computergestützte Selbststudium werden den Kursteilnehmern CD-Rom`s zur Verfügung gestellt, welche die jeweiligen Inhalte auch als druckfähiges pdf-Format enthalten.
Am Ende der einzelnen Kapitel sind Zwischentests und Übungsfragen vorgesehen, mit deren Hilfe die Teilnehmer jederzeit ihren aktuellen Wissensstand überprüfen können. Die Testergebnisse werden an die AAm übermittelt und stellen die Voraussetzung für den Besuch des nächsten Moduls (CH) dar.
Themen des CBT sind arbeitsbedingte Einflussfaktoren. Erst nachdem deren Eigenschaften, Vorkommen und Wirkung geklärt sind, kann eine Analyse und Bewertung stattfinden. Im Anschluss sind zielführende Präventivmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.
In den Prozessmodulen wird in Form von Übungen, Gruppenarbeiten und Rollenspielen die erforderliche Handlungskompetenz trainiert. Die dafür vorgesehenen Contact Hours finden sowohl in der AAm wie auch in ausgesuchten Betrieben statt. Gegen Ende des Kurses erstellen die Teilnehmer in Teams Projektarbeiten anhand unterschiedlicher Fallbeispiele aus der Arbeitswelt. Zur Bewertung der Abschlussprüfung werden drei Beurteilungskriterien herangezogen: Ein multiple choice-Test über das erworbene Faktenwissen, eine mündliche Prüfung, in der die konkrete Umsetzung anhand eines Fallbeispieles überprüft wird und die Qualität der Projektarbeit.

MS

Nächster Kurstermin:
Aufgrund der großen Nachfrage startet am 15. Oktober 2003 ein weiterer Kurs. Nähere Informationen bei der Österreichischen Akademie für Arbeitsmedizin, 3400 Klosterneuburg. Tel. 02243/24-311-12 (Hr. Hörtl), www.aam.at

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