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Gesundheitspolitik 4. September 2006

Was Patienten dem Gesundheitssystem verordnen

Es lässt sich nicht leugnen, die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte
in punkto Sanierung des österreichischen Gesundheitswesens bereiten den ÖsterreicherInnen Kopfschmerzen. Laut einer Umfrage sind nur knapp mehr als zwei Prozent mit dem Ist-Zustand zufrieden.

Das Interesse der Bevölkerung an der Gesundheitsreform ist ungebrochen hoch und es scheint, als wollte sich die Öffentlichkeit mit vagen Ankündigungen der Regierung nicht mehr zufrieden geben. Gewünscht wird ein "gesundes" Rezept für die Sanierung, das nicht bloß nach parteipolitischen Kalkülen erstellt werden darf. www.gesund.co.at wollte es genau wissen und hat deshalb die Betroffenen befragt: Wie würden Sie die Krankenkassen sanieren?
Fast die Hälfte, 47,3%, sind der Ansicht, es sollte bei den Medikamenten gespart und mehr Generika verschrieben werden. 27,9% wären dafür, die Tabaksteuer als Medikament für die "kranken" Krankenkassen einzusetzen. 16,8% sind der Meinung, die Selbstbehalte bei Arztbesuchen sollten eingeführt bzw. erhöht werden, und 5,7% stimmen einer allgemeinen Erhöhung der Versicherungsbeiträge zu. Lediglich 2,4% sind mit der derzeitigen Situation zufrieden und sehen keinen Handlungsbedarf.
"Wie die Regierung einen Umbau der Krankenkassen und eine Gesundheitsreform ohne Beitragserhöhungen umsetzen will, steht derzeit in den Sternen", so die Initiatoren der Umfrage. "Geplant war der Umbau nach dem Modell des Hauptverbandes, wo die SPÖ-Mehrheit durch eine ÖVP/FPÖ-Mehrheit ersetzt wurde." Da dieses Umbaumodell aber soeben vom Höchstgericht als verfassungswidrig erkannt wurde, scheine es höchst an der Zeit, den Beitragszahlern ein plausibles Konzept der Effizienzsteigerung und Kostensenkung zu präsentieren.

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