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Gesundheitspolitik 31. August 2006

Was jeder Patient wissen sollte

Die Patientenanwälte für Niederösterreich und das Burgenland haben eine Broschüre mit konkreten Informationen zu wichtigen Patientenanliegen zusammengestellt. Sie enthält auch Wissenswertes für den Arzt und liefert ihm die richtigen Antworten auf häufig gestellte Patientenfragen.

Gleichberechtigung und Mitverantwortlichkeit sowie Achtung der Würde und Selbstbestimmung des Patienten nennt Dr. Gerald Bachinger, Patientenanwalt für Niederösterreich und Co-Autor der Broschüre "Patientenrechte und Arzneimittel", als beste Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Patient und Therapeut.
Patientenrechte können nur dann wirksam werden, wenn sie sowohl den Patienten als auch den behandelnden Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonen bekannt und ein selbstverständlicher Teil des Behandlungsprozesses sind. Die Patientenrechte schützen und unterstützen den Patienten im Verlauf einer Behandlung in einer Krankenanstalt, bei einem niedergelassenen Arzt oder einer sonstigen Einrichtung des Gesundheitswesens. Die wesentlichsten Patientenrechte sind in der Patientencharta zusammengefasst und in der aktuellen Broschüre anhand von praktischen Beispielen erläutert.
Die fünf wichtigsten Patientenrechte im Allgemeinen sind laut Bachinger das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Information, das Recht auf Behandlung und Pflege, das Recht auf Achtung der Würde und Integrität sowie das Recht auf Vertretung der Patienteninteressen und Überprüfung von Beschwerden. Zu jedem dieser Patientenrechte werden in der 54-seitigen Broschüre einige wesentliche Fragen gut verständlich beantwortet. Bachinger: "Erst die vollständige und leicht verständliche Information über die Patientenrechte zeigt die Möglichkeiten und Grenzen der Patient-Therapeut-Beziehung auf und wird verhindern, dass Unsicherheiten und Missverständnisse entstehen."

Nicht hilflos ausgeliefert

Ein umfassender Teil der Broschüre widmet sich dem Thema Arzneimittel: Was sind Medikamente, welche Medikamente werden von den Krankenkassen bezahlt, wann hat ein Patient Anspruch auf Rezeptgebührenbefreiung etc. Dazu Co-Autor Dr. Josef Weiss, Gesundheits- und Patientenanwalt für das Burgenland: "Die wenigsten Patienten wissen, dass sie einer chefärztlichen Entscheidung nicht hilflos ausgeliefert sind. Denn lehnt der Chefarzt die Bewilligung ab, dann kann der Versicherte einen begründeten Bescheid von der Krankenkasse verlangen, gegen diesen Bescheid Klage erheben und sich bei Gericht von einer gesetzlichen Interessenvertretung wie der Arbeiterkammer unentgeltlich vertreten lassen."

Ausführliches Adressenregister

In einem weiteren Kapitel werden die Zuständigkeiten der Interessenvertreter der Patienten dargestellt. Die von der Firma Pfizer unterstützte Broschüre schließt mit einem ausführlichen österreichweiten Adressenregister. Angeführt werden die Patientenanwaltschaften, die Außen-, Bezirks- und Verwaltungsstellen der Gebietskrankenkassen und jene der Dachverbände und Kontaktstellen von Gesundheitsinitiativen und Selbsthilfegruppen.
Die Broschüre kann unter folgender Adresse kostenlos bestellt werden: "Patientenrechte und Arzneimittel", Postfach 332, 1070 Wien.
Die Broschüre findet sich auch in elektronischer Form auf der Homepage der Niederösterreichischen Patientenanwaltschaft unter www.patientenanwalt.com, im Internetportal der österreichischen Sozialversicherung unter www.sozialversicherung.at und unter www.pfizer.at.
Ein Folder mit den wichtigsten Inhalten der Broschüre liegt in Krankenhäusern, bei Ärzten und den Sozialversicherungen auf. Der Folder enthält einen Postkartenabriss, mit dem die Broschüre bestellt werden kann.

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