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Gesundheitspolitik 31. August 2006

Spitalsärzte bündeln ihre Kompetenzen

Wer soll mit wem, wer kann mit wem, wer muss mit wem? Die Politik erwartet sich von der regionalen Bündelung und Abstimmung einzelner Leistungen von Spitälern gleich mehrere Effekte.

In der Spitalsgesamtplanung des Österreichischen Bundesinstitutes für Gesundheitswesen (ÖBIG) wird eine Konzentration der Spitzenmedizin auf regionale Schwerpunkt-Krankenhäuser gefordert. Diese Vorgabe soll in Oberösterreich durch deutlich verstärkte Kooperationen umgesetzt werden. Dazu wurde das Bundesland in sechs Regionen unterteilt: Zentralraum Linz bzw. Wels, Mühlviertel, Phyrn-Eisenwurzen, Traunviertel-Salzkammergut und Innviertel.
Daraus würden sich, so hofft jedenfalls Gesundheitslandesrätin Dr. Silvia Stöger, Synergie- und damit auch Einspareffekte ergeben. Mit dem Konzept soll auch der notwendige Ausbau der Akutgeriatrie und Remobilisation realisiert werden sowie die weitere Dezentralisierung der psychiatrischen Spitalsversorgung und der Ausbau des Palliativbereichs der Spitäler.

Mehr tagesklinische Leistungen

Als kurzfristigen Effekt dieses Konzepts erwartet sich Stöger auch, dass die so oft kritisierten langen Spitalsaufenthalte zunehmend von tagesklinischen Leistungen abgelöst werden. Dies sollte vor allem in den Bereichen Chirurgie, Innere Medizin, Augenheilkunde und HNO der Fall sein. Um dies zu realisieren, wird auch eine intensivere Kooperation der Spitäler mit niedergelassenen Allgemein- und Fachärzten angestrebt.
Stöger meint, dass durch den neuen Ansatz auch keine Schließungen von Spitälern nötig sein würden. Im Bettenplan sind 8.743 Spittalsbetten vorgesehen, das sind um 35 mehr als im Jahr 2000.

Beispiel Chirurgieverbund für Enns und Steyr

Das Departement für Unfallchirurgie am LKH Enns und die Abteilung für Unfallchirurgie in Steyr werden künftig eng in einem gemeinsamen Leistungsverbund zusammenarbeiten. Geplant ist ein intensiver Informationsaustausch in den Bereichen Wirbelsäulen-, Schulter- und Handchirurgie. Umgesetzt wird dieser vor allem auch dadurch, dass Ärzte der Häuser sich bei Operationen wechselseitig assistieren; dies soll ein gegenseitiges Kennenlernen und einen Austausch der vorhandenen Spezialinformationen bringen.

Neue Spezialambulanzen

Vorgesehen ist zudem die Einrichtung von Spezialambulanzen für Hand-, Knie- und Schulterchirurgie an beiden Krankenhäusern, mit einer standortübergreifenden personellen Ausstattung an Ärzten aus Steyr und Enns. So sollen insgesamt bis zu 15 Prozent mehr Patienten versorgt werden können und sich auch positive Konsequenzen für die Versorgung in der Region Phyrn-Eisenwurzen ergeben.
Organisatorisch wird sich auch für die Unfallchirurgen einiges ändern. Für jeden Leistungsbereich werden Kompetenzteams gegründet mit den jeweiligen Spezialisten der einzelnen Häuser. Flankierend sollen aber auch Abläufe, die Bereitstellung von Personal und Bedarfsgütern harmonisiert werden. Konkret geht es um gemeinsame OP-Planung, die Festlegung gemeinsamer Standards bei Patientenaufklärung und -administration sowie langfristig angelegte Auslastungskooperation. Gleichzeitig wird die Dokumentation und die gemeinsame Aus- und Fortbildung koordiniert. 

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