zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 31. August 2006

Kammerwahl in Niederösterreich

Für den amtierenden Präsidenten, Dr. Lothar Fiedler, steht mit der Kammerwahl 2003 die Nagelprobe an. Er hat zur Halbzeit der letzten Legislaturperiode das Amt von seinem langjährigen Vorgänger, MR Dr. Gerhard Weintögl, übernommen. Ob seine Zweijahresbilanz Anerkennung findet, wird der 5. April zeigen - Fiedler selbst möchte jedenfalls weiterhin an der Spitze die Standesvertretung des Bundeslandes durch die nächsten vier Jahre führen.
Insgesamt kandidieren in Niederösterreich diesmal sechs Gruppierungen, eine davon in allen Kurien und zwei bei den angestellten und den niedergelassenen Ärzten. Die drei übrigen konzentrieren sich auf ein bis zwei Sektionen (siehe Übersicht auf Seite 21). Es geht um 59 Mandate (Allgemeinmediziner 15, Fachärzte 11, Ärzte mit Jus 20, Turnusärzte 7 und Zahnärzte 6); wahlberechtigt sind 6.040 Ärztinnen und Ärzte.

CFT

Kurie für niedergelassene Ärzte

Sektion Ärzte für Allgemeinmedizin
Überparteiliche
Dr. Anton Hengst, Arzt für Allgemeinmedizin in Haag

Gerade in unsicheren Zeiten ist die Geschlossenheit einer kleinen Gruppe, wie sie die Ärzte und insbesondere die Niedergelassenen sind, ein Gebot der Stunde. Wichtige Ziele für die Zukunft sind für mich:
n Konsens statt Konfrontation, auch gegenüber kleinen Gruppen!
n Verbesserung der Arbeitsbedingungen (Ausbau der Vertretungsmöglichkeit, Sicherung der Konkurrenzfähigkeit im Spannungsfeld der verschiedensten Gesundheitsbereiche).
n Abbau bürokratischer Schikanen, Nutzung aller möglichen EDV-Ressourcen.
n Erhaltung der Schlagkraft der ärztlichen Standesvertretung durch geschlossenes Auftreten.
Nachhaltige Erfolge können nur gemeinsam erreicht werden und nicht auf dem Rücken anderer. Deswegen erscheint es mir unumgänglich, dass die Verantwortung für ärztliche Standespolitik weiterhin in stabilen, verlässlichen und berechenbaren Händen bleibt.

Wahlärzte & Mittelbau NÖ
Dr. Marianne Gansterer-Putz,
Wahlarztordination in Bad Fischau-Brunn, Heimärztin in LPA Neudörfl

Nach vierjährigem Schlummerschlaf wollen wir im Wahlarztreferat wieder Aktivitäten setzen. Insbesondere kann und soll es nicht sein, dass ein Kassenarzt (als Aufpasser?) im Wahlarztreferat mitarbeitet. Öffentlichkeitsarbeit ist hier gefragt, da immer noch ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Begriff "Wahlarzt" wenig anfangen kann.
Die Ärzte unserer Liste nehmen sich nicht nur Zeit für ihre Patienten, sondern auch für die KollegInnen, um sie innerhalb und außerhalb der Kammer zu unterstützen. Wir bieten Wahlärzten eine Präsentationsmöglichkeit im Internet; unsere Homepage soll weiterentwickelt und zu einem Arzt/Patientenforum ausgebaut werden. Wahlärzte können sich mit einer eigenen Visitenkarte vorstellen.
Wir Wahlärzte treten für gemeinsame Ordinationen mehrerer Ärzte ein. Wir fordern daher die Möglichkeit der Anstellung von Ärzten bei Ärzten und Gruppenpraxen, die auch in anderen Gesellschaftsformen als der OEG geführt werden dürfen. Wir wollen ein neues Gesundheitssystem mitentwickeln, das zeitgemäß und zukunftsorientiert ist.
Wie bereits in den letzten Jahren, werden wir Niederlassungsseminare speziell für zukünftige Wahlärzte anbieten, um neuen Kollegen den Einstieg in eine eigene Ordination zu erleichtern, sie zu informieren und laufend zu beraten. Nur Wahlärzte vertreten die Interessen der Wahlärzte - eine Fraktion, die Kassenärzte vertritt und gleichzeitig für sich in Anspruch nimmt, auch Wahlärzte zu vertreten, kann nicht glaubwürdig sein. Das hat die Vergangenheit gezeigt.

Vereinigte Ärzte Niederösterreich
Dr. Norbert Neuretter, Arzt für Allgemeinmedizin in Ebenfurt

Es darf nicht durch eine Zentralverwaltung aller Gelder durch den NÖGUS kommen. Wir setzen uns für eine Stärkung der Hausärzteschaft ein. Auch bei den diversen Formularen soll die Bürokratie sinken, so sind Suchtgiftrezepte nur mit Nadeldrucker ausfüllbar - das ist absurd.
Wenn es schon einen Selbstbehalt gibt, muss geklärt sein, wie dieser einzuheben ist. Das darf für die Hausärzte kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand werden, wir können uns eine Einhebung via Chip-Card vorstellen. Die Selbstbehalte müssen auch eine Gehaltssteigerung bringen.
Junge Kollegen sollen durch einen Kredit von Seiten der Kammer unterstützt werden. So könnte auch die Lehrpraxis finanziert werden. Gefördert werden sollen auch Vertretungen. Klarere Richtlinien braucht zudem die Regelung, welche Berufe noch Medikamente verteilen dürfen - das gehört stärker in ärztliche Hand.

NÖ Hausärzteverband
Dr. Christoph Eckhard, Arzt für Allgemeinmedizin, Brunn am Gebirge

Wir stellen uns auf eine Kammerperiode von zwei Jahren ein, da vermutlich die Zahnärzte eigenständige Wege gehen werden und dann wohl Neuwahlen anstehen. In der Kurie für Allgemeinmedizin wollen wir in der Rolle der Opposition antreibend wirken, eine Kontrollfunktion ausüben und auch konstruktiv an gemeinsamen Lösungen mitarbeiten. Wir wollen die Eigenverantwortlichkeit der Ärzte stärken und sie bei der Imagepflege unterstützen.
Ein wesentliches anstehendes Thema ist die Diskussion um die Honorarautomatik. Es droht ein vertragsloser Zustand, und wir Ärzte dürfen das Feld sicher nicht zu schnell der Kasse überlassen.
Ein zentrales Ziel der nächsten Periode ist das von uns erarbeitete und von der Kurie beschlossene "Konzept Allgemeinmedizin". Dieses umfasst die Forderung nach der Abschaffung der Chefarztpflicht, die Abschaffung der IND-Regelung sowie die Abschaffung facharztspezifischer Verschreibungen. Weiters geht es um die Festlegung einer maximal einwöchigen Frist, bis ein Entlassungsbrief beim Hausarzt zu sein hat. Die Spitäler sollen auch nicht länger Überweisungsscheine so einfach im Nachhinein erhalten können. Ziel ist auch die Reduktion der Ambulanzen.

Sektion Fachärzte

Die Überparteilichen
Dr. Lothar Fiedler, Internist in St. Pölten

Eine meiner größten Anstrengungen für die nächste Periode wird es sein, Brücken zu bauen und den Zusammenhalt der Ärzteschaft zu stärken. Viele Spitalsärzte sind auch niedergelassen, viele davon als Wahlärzte. Ein Zusammenführen, eine stärkere Vernetzung sowohl im medizinisch kompetenten als auch im Kommunikationsbereich ist eine weitere vordringliche Aufgabe. Die Gruppenpraxis-Anstellung wird von vielen dringend gewünscht, und die Einbindung von Spezialisten in extramurale Strukturen stellt ein wesentliches Thema dar.
Die Aufwertung der Allgemeinmediziner ist ein weiteres Anliegen. In Prävention, Wellness, Wellbeing sind enorme Möglichkeiten gegeben, daher ist eine engere Koordination und Kooperation mit der Wirtschaft, mit anderen medizinischen Berufen, mit den Rettungsorganisationen und auch mit den Apotheken anzustreben.
Gatekeeper-Funktionen lehne ich ab, die Harmonie der niedergelassenen Allgemeinmediziner und Fachärzte funktioniert bestens. Sie weiter auszubauen, vor allem durch andere Ordinationsstrukturen bei den Fachärzten, wird in den nächsten Jahren umgesetzt werden.

Wahlärzte & Mittelbau NÖ
Dr. Elisabeth Posch,
Facharzt für Unfallchirurgie, Wahlarztordination in Mödling

(siehe Statement von Dr. Marianne Gansterer-Putz; Sektion Ärzte für Allgemeinmedizin)

Vereinigte Ärzte NÖ
Dr. Dietmar Baumgartner, Kinderarzt in Wiener Neustadt

Wir fordern das Lagerungs-, Abgabe- und Verkaufsrecht von Akutmedikamenten und Impfstoffen als Beitrag zur Verbesserung des Patientenservices in den Ordinationen. Wir wehren uns gegen ein "LKF-System" im niedergelassenen Bereich; es darf zu keiner Codierung der Diagnosen kommen.
Wir fordern vielmehr eine diagnoseabhängige Honorierung auch im Kassenbereich - mehrere Diagnosen während derselben ambulanten Vorstellung müssen mehrfach honoriert werden. Im Sinne eines fairen Entgelts für Vertretungen fordern wir das Erstellen von Empfehlungstarifen.
Wir setzen uns für die Stärkung der Fachärzte in der Kurie ein. Wichtig ist uns eine verstärkte Kooperation mit Allgemeinmedizinern und stationärem Bereich in neuen Gesundheitsmodellen, also Einbindung von niedergelassenen Fachärzten in stationäre Einrichtungen sowie Auslagerung intramuraler Leistungen in Zusammenarbeit mit den Hausärzten.
Schließlich ist uns die schlagkräftige Vertretung der Mediziner im Ruhestand ein Anliegen, das heißt uneingeschränktes Wahlrecht und verpflichtende Einbindung bei wichtigen Entscheidungen.

Kurie angestellte Ärzte

Sektion Ärzte mit ius

Die Überparteilichen
Dr. Harald Schlögel, OA auf der HNO-Abteilung im KH St. Pölten

Mit Umsetzung des Kuriensystems 1999 haben sich die Aufträge an die Standespolitik für angestellte Ärzte massiv verändert. Nicht nur die aktuellen Aufgaben sind zu erledigen, auch im Miteinander der Kurien sind in der letzten Periode Versäumnisse begangen worden, die nun aufgearbeitet werden müssen.
Als stimm- und mandatsstärkste Fraktion in der ÄK NÖ sind wir bereit, diese Aufgabe zu erfüllen. Wir streben einen Wahlerfolg wie 1999 an, das heißt 7 Mandate und damit Festigung unserer Position bei den angestellten Fachärzten.
Wichtigste Themen sind die Präsentation der Kurie nach außen und die Verbesserung der Kommunikation mit den anderen Kurien. In Hinblick auf die Entwicklung
bei den Zahnärzten wird es umso mehr darauf ankommen, die Kammer zu einen und nicht durch separatistische Tendenzen weiter aufzusplittern.

Wahlärzte & Mittelbau NÖ
Dr. Christoph Reisner, Facharzt für Orthopädie und Wahlarzt in Wiener Neudorf

Wir wollen endlich wirkliche Gehaltsverbesserungen - das neue Gehaltsschema brachte uns zwar eine Erhöhung des Grundgehalts, aber eine Reduktion (!) des Nettogehalts bezogen auf eine 40-Stunden-Woche. Dieser Fehler muss durch eine niederösterreichweite Vorrückung korrigiert werden.
Ärzte, die Sonderklassepatienten an ihre Abteilung bringen, sollen diese auch persönlich mit den Privatversicherungen abrechnen können. Der Primararzt rückt in der Verteilung an die Stelle des jeweiligen Oberarztes.
Das Recht auf freie Niederlassung ohne Zustimmung des Rechtsträgers muss im Spitalsärztegesetz verankert werden, genauso wie die verpflichtende Übernahme der Fortbildungskosten durch den Arbeitgeber sowie das Recht auf Teilzeitarbeit.

Vereinigte Ärzte Niederösterreich
Dr. Karl Ischowitsch, Facharzt für Anästhesie, KH Mistelbach

Viele Kollegen sind mit dem neuen Spitalsärztegesetz unzufrieden. Jene, die mehr arbeiten, bekommen nun weniger Lohn. Das Grundgehalt wurde zu wenig angehoben angesichts der Streichung dienstfreier Tage und Sonntagsersatzfeiertage. Wir fordern, dass die Dienste auch in die Krankenstands- und Urlaubsregelungen miteinbezogen werden. Dies würde eine Gehaltsverbesserung von immerhin 10 Prozent bringen. Überstunden sollten zudem auch im Verhältnis von 1:1,5 in Freizeit abgegolten werden. Der Sonderurlaub für Fortbildung sollte von einer Kann- zu einer Muss-Bestimmung werden.
Aus unserer Sicht hat sich das Kuriensystem in der Kammer nicht wirklich bewährt. Wir sind der Meinung, dass sich wirkliche Veränderungen letztlich nur gemeinsam erreichen lassen, deshalb kandidieren wir auch bei angestellten und niedergelassenen Ärzten.

Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Spitalsärzte (Argus)
Dr. Gerhard Schuh, Facharzt für Unfallchirurgie, KH Wiener Neustadt

Wir sind eine Gruppe von Ärzten aus 10 Spitälern, das heißt, wir kennen den Alltag in den verschiedenen niederösterreichischen Spitälern sehr genau, wissen um die oft schwierige Situation der Ärzte dort. Wir setzen uns für eine Anerkennung und Honorierung dieser Ärzte ein, die ihren Aufgaben und Leistungen entsprechen, die sie seit langem erfüllen.
Das bedeutet auch ein leistungsbezogenes Gehaltsschema. Es ist doch absurd, wenn ein Zuweiser eines Patienten mit Blinddarmentzündung mehr erhält als der Operateur. Die Spitalsärzte tragen oft schon ab Donnerstag Nachmittag die Verantwortung für die medizinische Versorgung, da dann die niedergelassenen Fachärzte oft nicht mehr erreichbar sind. Gleichzeitig ist der Druck auf die Spitalsärzte sehr groß, sie haben viele Überstunden, werden oft über ihre Grenzen hinaus gefordert.
Wir setzen uns für eine konsequente Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes für Ärzte ein und für flexible Arbeitszeitmodelle; Letztere sollen vor allem die Frauen unterstützen. Auch für die Männer geht es aber um eine bessere Vereinbarkeit mit der Familie.
Ziel ist, dass die Spitalsärzte auch in der Kammer mehr zu sagen haben. Wir setzen uns dafür ein, dass die Spitalsärzte best ausgebildet sind und wieder stärker mit Freude an der Sache tätig sein können.

Spitalsärzte NÖ
Dr. Karl Kaudela, KH Mistelbach

Nötig sind klare Mehrheiten für Spitalsärzte in allen Entscheidungsgremien der Kammer auf Landes- und Bundesebene, damit sie die Position erreichen, die ihnen zusteht. Die Spitalsärzte gewährleisten die medizinische Versorgung der Bevölkerung rund um die Uhr auf höchstem Niveau - eine Leistung, die immer noch unterschätzt und unterbewertet wird.
Die staatlichen Gelder für Gesundheit und Soziales und die Gelder aus den Sozialversicherungen werden in naher Zukunft zu einem Finanzierungstopf zusammengefasst und von einem zentralen Landesfonds (z.B. NÖGUS) verwaltet werden. Bei diesem Prozess müssen die Leistungen der Spitalsärzte ins rechte Licht gerückt werden.
Unsere Ziele sind auch, eine Kammerreform durchzusetzen, die die Spitalsärzte stärkt, die Pflichtmitgliedschaft beim Wohlfahrtsfonds zu ändern sowie die bevorstehenden Umverteilungen den Umfang und den Wert unserer Leistungen betreffend in ein entsprechendes Honorar umzusetzen.

Sektion Ärzte in Ausbildung

Die Überparteilichen
Dr. Clemens Felsing, Turnusarzt im KH St. Pölten

Seit Jahren bin ich in der Standespolitik tätig: Während des Studiums schon lernte ich, dass Veränderungen nur durch persönlichen Einsatz möglich sind. Diesen Einsatz habe ich in den letzten Jahren in der Niederösterreichischen Ärztekammer gezeigt. Lohn dafür war bei der letzten Kammerwahl 1999 die absolute Mehrheit bei den Turnusärzten. Ein Ziel, das jetzt durch die Reduzierung der Mandate von elf auf sieben fast unmöglich erscheint.
Jedenfalls gilt es bei dieser Wahl die besondere Position der Überparteilichen bei den Turnusärzten durch ein gutes Wahlergebnis zu unterstreichen, damit wir die großen Aufgaben der Zukunft (Ausbildungsreform, Tätigkeitsprofil, Visitationen etc.) mit entsprechender Rückendeckung der eigenen Kollegen bewältigen können. Durch eine breite Unterstützung mit Kandidaten aus vielen Spitälern sind wir dafür gut gerüstet.

Wahlärzte & Mittelbau NÖ
Dr. Christine Sackel, Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie, derzeit Lehrpraxis in Schwechat

Turnusärzte sind die Wahlärzte der Zukunft. Da die Zahl der Kassenverträge gleich bleibt, wird unsere Zukunft in der Wahlarztordination liegen. Nur einige werden in den Krankenhäusern als Oberärzte verbleiben können.
Turnusärzte sollen nicht nur zu Zettelschreibern degradiert, sondern müssen ausgebildet werden. Der "Ausbildungsassistent" ist oft nur auf dem Papier existent, die Ausführungen im Rasterzeugnis haben mit der Realität oft sehr wenig zu tun. Dieser Missstand muss in Zukunft behoben werden.

Vereinigte Ärzte Niederösterreich
Dr. Jürgen Kubica, Turnusarzt am KH Melk

Turnusärzte sollten viel stärker die Möglichkeit haben, Patienten durchgehend zu begleiten. Das bedeutet natürlich auch eine spürbare Entlastung von bürokratischen Tätigkeiten. Sie sollten auch die Gelegenheit bekommen, Führungstätigkeiten auszutesten. Gerade für Turnusärzte muss die Regelung für Sonderurlaub zur Fortbildung verpflichtend werden.

Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Spitalsärzte (Argus)
Dr. Britta Mautner, in Ausbildung zur Fachärztin für Psychiatrie, Donauklinikum Gugging

Vor allem in Versorgungskrankenhäusern kommt die Ausbildung aufgrund des Ressourcenmangels oft zu kurz. Der Ausbildungsassistent besteht oft nur am Papier, da sich auch aufgrund des hohen Leistungsdrucks letztlich niemand wirklich um die Ausbildung besonders der Turnusärzte kümmert. Wir setzen uns insgesamt für eine Verbesserung der Qualität der Ausbildung ein.
Es gibt für Turnus- und Assistenzärzte EU-Empfehlungen für standardisierte Ausbildungsrichtlinien, die auch in Niederösterreich verwirklicht werden müssen, wie zum Beispiel Supervision in der Arbeitszeit als Fixum. Eine weitere wichtige Forderung sind fünf Stunden pro Woche definierte Ausbildungszeit als fachliche Fortbildung pro Tag - nicht nur in stressfreien Zeiten.
Was sich weiters ändern muss, ist eine neue Regelung, nach der Ärzte, die in ihrer Ausbildungszeit in ein anderes Krankenhaus wechseln, automatisch schlechter gestellt werden.

Spitalsärzte NÖ
Dr. Christoph Wolfram, KH Amstetten

Aus- und Weiterbildung sind nach wie vor ein Bereich, der in vielerlei Hinsicht verbesserungswürdig ist; sie bestimmen maßgeblich die Behandlungsqualität. Es fehlt oft an Strukturen, um die festgelegten Ausbildungsziele zu erreichen.
Ziel ist die Umsetzung eines Konzepts für strukturierte Weiterbildung: enthalten sind der Weiterbildungsfacharzt als Ansprechpartner und Koordinator, die persönliche Einführung in die Abteilung, Bedside-teaching und theoretische Weiterbildung durch den Weiterbildungsfacharzt, der für diese Aufgaben dienstfrei zu stellen ist. Ziel ist auch die praktische Weiterbildung durch gezielte Rotation auf den Abteilungen (mindestens ein Drittel davon in Ambulanzen).

Kurie der Zahnärzte

Standesliste Zahnärzte
Dr. Roland Merich, Zahnarzt in Wiener Neudorf

Unser Wahlziel ist, möglichst alle zur Verfügung stehenden Mandate für die Zahnärzte zu erringen, um ein einheitliches Auftreten sicher zu stellen. In unserer Gruppe sind auch die Wahlärzte gut vertreten, auch einige Dr. med. dent. finden sich bereits in der Liste. Diese sind unmittelbar nach dem Studium arbeitsberechtigt, und somit ist die Gefahr der Arbeitslosigkeit besonders groß. Besonders vor diesem Hintergrund sind die Bemühungen um eine sinnvolle Lösung für Langzeitvertretungen bzw. Übergabepraxen sehr wichtig.
Von 1993 bis 2003 betrug die Inflation 30 Prozent - in dieser Zeit stiegen die Kassentarife aber nur um 20 Prozent. Gleichzeitig steigen aber die Ausgaben für die Praxis stetig an. Ein Ansatz wird sein, die administrativen Tätigkeiten in einer Ordination verrechenbar zu machen, denn sonst bleibt uns keine Zeit für die ureigensten Tätigkeiten. Wir wollen uns zudem um eine Reduktion der Betriebsauflagen kümmern.

Wahlärzte & Mittelbau NÖ
Dr. Manfred Menke, Wahlarztordination in Wiener Neustadt

(siehe Statement von Dr. Marianne Gansterer-Putz; Sektion Ärzte für Allgemeinmedizin)

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben