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Gesundheitspolitik 30. August 2006

Heilmittel-Sonderliste regelt Chefarztpflicht

Das Heilmittelverzeichnis hat eine kleine Schwester bekommen: Der aktuellen Ausgabe (Stand 1. April) ist eine Heilmittel-Sonderliste beigelegt, die eine Erleichterung bei der Verschreibung chefarztpflichtiger Arzneimittel bringen soll. Der Hauptverband stellt damit erstmals österreichweit nachvollziehbare Kriterien und Regeln für die chefärztliche Bewilligung auf, an die sich auch alle Kassen zu halten haben. In der Liste sind außerdem die Bedingungen für Langzeitgenehmigungen angeführt.

Mehr Transparenz

"Wir können damit ein höheres Maß an Sicherheit bieten - sowohl für die Ärzte als auch für die Patienten", sagte Mag. Peter R. Wieninger vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Der Arzt müsse sich nur vergewissern und dokumentieren, dass die in der Heilmittel-Sonderliste angeführten Voraussetzungen erfüllt sind. Damit sei sichergestellt, dass die Kassen - vom Neusiedler- bis zum Bodensee - auch die Kosten für die Arzneispezialität übernehmen. Auch für die Pharmaindustrie werde die Bewilligungspraxis und somit die medizinischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen transparenter und planbarer, meinte Wieninger.
In die erste Ausgabe der Heilmittel-Sonderliste wurden zwölf Arzneispezialitäten aufgenommen. Zum Teil handelt es sich dabei um Neuzulassungen, einige waren auch davor schon im Handel. Grundsätzlich seien solche Produkte für die Sonderliste geeignet, die wegen eines zu hohen Preises den Weg ins Heilmittelverzeichnis nicht schaffen, aber für bestimmte Patientengruppen einen besonderen Benefit haben, betonte Wieninger. Dies sei beispielsweise bei modernen Alzheimer-Therapeutika der Fall.
Das Aufnahmeverfahren sei ähnlich streng wie beim Heilmittelverzeichnis. Auch bei der Sonderliste müssten pharmakologische, medizinisch-therapeutische und ökonomische Nachweise erbracht werden. Vertreter der Ärztekammer hätten dafür gesorgt, dass die Bewilligungsregeln Evidence-basiert und auch praxistauglich formuliert seien. Nun wird die Praxis zeigen, wie gut dieses Instrument tatsächlich funktioniert.

Mag. Andrea Fried, Ärzte Woche 12/2003

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