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Gesundheitspolitik 30. August 2006

Wie viel Rabatt vertragen Gruppenpraxen? Teil 2

Die Begeisterung der Ärzteschaft für Gruppenpraxen hält sich stark in Grenzen. Einer der maßgeblichen Gründe dafür ist, dass die Sozialversicherungen Honorarbeschränkungen fordern. Wo aber liegen die wirtschaftlich verkraftbaren Grenzen dafür?
Um der ökonomischen Wahrheit auf den Grund gehen zu können, hat die ÄRZTE WOCHE die wichtigsten Ärzteberater Österreichs um eine Stellungnahme gebeten.
In dieser Ausgabe veröffentlichen wir sechs Kommentare dazu, vier wurden bereits in der ÄRZTE WOCHE vom 2. Juli präsentiert.

Michael Dihlmann

Mag. Manfred Kenda
Tel. 0463/511266-0;

Das Gesetz für Gruppenpraxen scheint sich zu einem toten Gesetz zu entwickeln. Viel zu wenig Gruppenpraxen wurden gegründet, dadurch fehlen sowohl der Interessensvertretung als auch den Gebietskrankenkassen Vergleichswerte über den wirtschaftlichen Erfolg. Eine beabsichtigte Rabattierung der Kassentarife von 8,5 Prozent für Allgemeinmediziner und 9,5 Prozent für Fachärzte hat nach meinen Untersuchungen weder einen wirtschaftlichen Raum noch eine wirtschaftliche Begründung. Es macht keinen Sinn, Gruppenpraxen weniger Kassenhonorar zu zahlen als Einzelpraxen. Dies kann ich nicht nur aus gefühlsmäßigen Überlegungen verlauten, sondern aufgrund einer effektiven betragsmäßigen Gegenüberstellung einer Praxis für Allgemeinmedizin durch einen Arzt als Einzelkämpfer und einer Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin. Die geplante Rabattierung der Kassentarife stellt daher keine Wettbewerbsegalisierung der Gruppenpraxis dar, sondern ist lediglich ein Einsparpotenzial für die Kassen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

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