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Gesundheitspolitik 30. August 2006

Aufwind für gute Ideen

Im März 2002 startete in Oberösterreich der "Gesundheits-Cluster" mit 143 Unternehmen und Institutionen. "Hauptziel des Cluster-Managements ist es, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Bereich der Gesundheitstechnologie zu fördern", berichtet Cluster-Managerin Ing. Beatrice Negeli-Ganz.

Die Unternehmen im oberösterreichischen Gesundheits-Cluster beschäftigen fast 24.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Gesamtumsatz von rund 3,39 Milliarden Euro pro Jahr. Etwa die Hälfte der Partner im Netzwerk sind produzierende Unternehmen im Bereich der Gesundheitstechnologie, ein Drittel sind spezifische Dienstleister sowie Institutionen, darunter die Gebietskrankenkasse für OÖ und die Gesundheits- und Spitals AG (Gespag). 86 Prozent der Partnerunternehmen sind Klein- und Mittelbetriebe, circa zwei Drittel beschäftigen weniger als 50 Mitarbeiter. Diese Betriebe stellen die Hauptzielgruppe der Cluster-Aktivitäten dar. Damit sind im Verbund etwa ein Fünftel aller oberösterreichischen Firmen und Institutionen aus diesem Bereich vertreten.
"Ganz nach dem Motto ‚Small is beautiful - but big is successful’ vernetzt der Cluster diese Unternehmen zu größeren Einheiten, die dadurch bessere Chancen am Markt haben", erklärt Negeli-Ganz. Der geografische Schwerpunkt liegt in Oberösterreich, allerdings wirken auch 14 Unternehmen aus anderen Bundesländern mit. Die Kosten für die Netzwerkaktivitäten belaufen sich jährlich auf 550.000 Euro. An Direktfördermitteln für innovative Kooperationsprojekte stellt das Land 400.000 Euro bereit. Vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen würden sich durch entsprechende Kooperationen große Chancen ergeben. "Es gibt zwar viele gute Ideen, aber keine eigenen Entwicklungsabteilungen", so Negeli-Ganz.

Erste erfolgreiche Projekte

Vergangenen November wurde bei der ersten Fachveranstaltung des Gesundheits-Clusters "Trends in Diagnose, Therapie und Pflege" ein Gemeinschaftsprojekt mit dem AKH-Wien vorgestellt: "WoundPic". Ermöglicht wird damit eine Wundbild-Analyse. Der Einsatz definierter Messverfahren ermöglicht erstmals eine Steigerung der Objektivität sowie der Genauigkeit von Ergebnissen. Eingesetzt werden eine digitale Kamera und eine spezielle Software, welche die Wundteile nach verschiedenen Gewebetypen vermisst und klassifiziert. Ein Prototyp von "WoundPic" ist bereits im Einsatz.

Neuentwicklung "EUROlyser"

Im Mai dieses Jahres wurde ein weiteres Ergebnis der zunehmend intensiveren Zusammenarbeit im Gesundheits-Cluster präsentiert: Der "EUROLyser", der von drei Firmen des Clusters entwickelt wurde. Das Gerät ermittelt in Rekordzeit Blutwerte eines Patienten und kann damit das Risiko für einen Herzinfarkt, für Schlaganfälle oder eine Alzheimer-Erkrankung bestimmen. 20 Prototypen sind weltweit im Dauertest - mit Erfolg: Die Lichtwellenanalyse ermöglicht gegenüber derzeit am Markt befindlichen vergleichbaren Geräten eine Einsparung der chemischen Reagenzien um bis zu 50 Prozent bei gleichzeitiger Verdoppelung der Testanzahl. Laut Negeli-Ganz konnte dieses Gerät durch Kooperationen mit den USA so rasch zur Marktreife gebracht werden. Die Nachfrage aus dem Inland wie auch aus anderen Ländern nehme ständig zu.
Der Gesundheits-Cluster verfolgt ein ehrgeiziges Programm. Neben sechs bis acht innovativen Projekten, etwa im Bereich medizinische Geräte, Diagnoseverfahren und Heilbehelfe, sind mehr als 20 Veranstaltungen geplant, aber auch Workshops, Lernplattformen, Studienreisen und Exkursionen zu wichtigen Fachmessen. Im Cluster gibt es auch eine umfassende Datenbank, die alle Produkte und Dienstleistungen der Partner umfasst sowie einen intensiven, regelmäßigen Informationsaustausch und eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit. Zudem soll die Zahl der Partner bis Jahresende auf 200 ansteigen. Diese werden auch beim Knüpfen von Kontakten im In- und vor allem Ausland unterstützt.

Mag. Ch.F. Freisleben-Teutscher

Weitere Informationen: Oberösterreichische Technologie- und Marketinggesellschaft m.b.H., Hafenstraße 47-51, 4020 Linz, 070/79810-5152, Fax: DW 5150
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