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Gesundheitspolitik 30. August 2006

Arbeit am Bauernhof gefährdet die Gesundheit

Gesunde Bauernfamilien liegen dem Land Salzburg am Herzen. Die Initiative "Lebensqualität Bauernhof" soll unter anderem das Gesundheitsbewusstsein dieser Bevölkerungsgruppe heben.

Auch wenn durch die erhöhte Mobilität die Unterschiede zwischen Stadt und Land immer stärker verschwimmen, machen Bauern und Bäuerinnen bei vielen Ärzten nach wie vor einen hohen Anteil der Patienten aus. Die Rahmenbedingungen des Lebens dieser Menschen haben sich in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten teils radikal verändert, vor allem ist der Anteil der Nebenerwerbsbauern stark gestiegen. Bei vielen Höfen ist wiederum die Frage der Übername durch die nächste Generation keineswegs eine Selbstverständlichkeit.
Nach wie vor ist der Alltag vieler Bauernfamilien durch große Belastungen geprägt: "Wochenende" und "Urlaub" sind praktisch Fremdworte, körperlich anstrengende Arbeit bis spät in die Nacht hinein ist keine Seltenheit und dazu kommt die nicht unerhebliche Verletzungsgefahr bei den diversen Tätigkeiten.
"Der Alltag in der Landwirtschaft mit seiner Fülle an Tätigkeiten rückt die hohe Bedeutung der Lebensqualität sehr oft in den Hintergrund", analysiert die Psychologin Mag. Karin Hietl. Daher sollen diese Familien bei der bewussten Gestaltung des Lebens am Bauernhof unterstützt werden. Die vom Land unterstützte Initiative "Lebensqualität Bauernhof" verbindet das Thema "Gesundheit" mit der konkreten Gestaltung des Alltags und der Familie. Bauernfamilien sollen beispielsweise dazu angeregt werden, bewusst auf die guten Seiten ihres Lebens und Schaffens achten.

Zusammenarbeit mit Ärzten

Neben Fortbildungsveranstaltungen wird Interessierten auch konkrete Unterstützung bei Schwierigkeiten im wirtschaftlichen oder familiären Bereich geboten. Hietl setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten: "Diese haben als Vertrauenspersonen besonders in ländlichen Regionen einen sehr guten Zugang zu ihren Patienten und wissen über viele Probleme Bescheid." Bei deren Bewältigung könnten Unterstützungsangebote wie "Lebensqualität Bauernhof" von Nutzen sein.
Die Initiative versteht sich auch als Drehscheibe zu anderen Beratungs- und Betreuungseinrichtungen im Land Salzburg. "Bei Bedarf kommen wir auch auf den Bauernhof, um gemeinsam die Probleme in vertrauter Umgebung anzusprechen", erklärt Hietl. In Absprache könnten auch Kontakte geknüpft werden, um konkrete Fragestellungen bestmöglich zu klären. Die Leistungen von "Lebensqualität Bauernhof" sind kostenlos, die Familien entscheiden selbst, ob und in welchem Ausmaß sie Unterstützung und Begleitung in Anspruch nehmen wollen.
Auch die Sozialversicherungsanstalt der Bauern bietet ihren Versicherten Sonderaktivitäten. In einer "Gesundheits-Aktiv-Woche" in ganz Österreich will sie ihnen "gesundes Leben am Bauernhof" nahe bringen. Die Veranstaltungen der Aktionswoche bieten Informationen und Tipps zu den drei Säulen eines gesunden Lebensstils: Essen und Trinken, Bewegung sowie seelisches Wohlbefinden (im Internet unter www.svb.at).

Kontakt: "Lebensqualität Bauernhof",
Bezirksbauernkammer St. Johann,
Ing.-Ludwig-Pech-Str. 14, 5600 St. Johann im Pongau, Tel. 06412/42-77-19,
E-Mail: (Bestellmöglichkeit für kostenlosen Informationsfolder für Patienten)

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