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Gesundheitspolitik 4. Juli 2006

Bildgebende Diagnostik im Reformstrom

Der wieder gewählte Präsident des Verbandes für bildgebende Diagnostik Österreich, Doz. Dr. Michael Stiskal, sieht die kommenden Jahre als Weichenstellung für zukünftige Kooperationsformen.

Der Österreichische Strukturplan Gesundheit sieht auch eine Optimierung der Versorgungssituation im Bereich der bildgebenden Dia-gnostik vor. Unter anderem geht es dabei um die stärkere Verknüpfung von intra- und extramuralen Einrichtungen. Der Verband für bildgebende Diagnostik Österreich (VBDO) steht somit vor der Aufgabe, die zu erwartenden Veränderungen im Sinne seiner rund 200 Mitglieder mit zu gestalten. Beim Jahrestreffen des VBDO Mitte Juni in Pörtschach stellte der Verband die Weichen neu, um diese Herausforderungen in den kommenden Jahren zu bewältigen. Der amtierende VBDO-Präsident Doz. Dr. Michael Stiskal, Schnittbildzentrum KH Wien-Lainz, wurde in dieser Funktion für die kommenden drei Jahre bestätigt.

Neue Aufgabenverteilung

Um die Schlagkraft des Verbandes zu erhöhen, hat er eine Neuordnung der personellen Struktur und der Aufgabenverteilung angeregt und erhielt auch dafür die Zustimmung der Generalversammlung. Für die nächste Funktionsperiode wurden somit drei Vizepräsidenten installiert, die sich schwerpunktmäßig der Bereiche Finanzen, Qualitätssicherung und Kommunikation an-nehmen werden. „Ihre Aufgabe besteht darin“, berichtet Stiskal, „Arbeitsgruppen zu gründen und dann entsprechend einer projektbezogenen Arbeit Experten zu versammeln, um die Fragestellungen zu bearbeiten.“ Den Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Präsident sieht Stiskal zweigeteilt. Einerseits will er die Entwicklung im Bereich der intra- und extramuralen Schnittstellen kritisch beobachten. Andererseits ist ihm das Qualitätsmanagement in der bildgebenden Diagnostik ein besonderes Anliegen.

Rechtzeitig intervenieren

„Es geht darum, rechtzeitig da zu sein, um nachhaltig negative Entwicklungen für die Radiologie zu verhindern“, so Stiskal. „Persönlich werde ich, wie schon in den letzten Jahren, eine Moderatorfunktion einnehmen und mich – auch in Einzelgesprächen – um Anliegen in den einzelnen Bundesländern kümmern.“ Zu ver-mitteln sei immer wieder zwischen öffentlichen und privaten bildgebenden Institutionen, ebenso seien Fragen zur Vertragssituation in den Bundesländern zu klären. Durch die nunmehr anlaufende Strukturreform kommt der Verknüpfung von intra- und extramuralen Kooperationsformen besonderes Gewicht zu. „Der Druck auf diese Organisationsformen ergibt sich aus den Finanzierungsnöten“, so Stiskal. „Der öffentliche Bereich sieht die Notwendigkeit, vorhan-dene Geräte möglichst optimal auszunutzen und zu finanzieren. Deshalb benötigt er einen ambulanten Zugang und dafür einen Abrechnungsvertrag.“ Da Krankenanstalten überwiegend fondsfinanziert sind, stehe ihnen ein solcher Vertag nicht zu. Deshalb suchen sie über den Umweg mit niedergelassenen Radiologen die Möglichkeit einer Teilfinanzierung. Dieses Problem soll nunmehr systematischer angegangen werden. „Ziel dieser Reformpläne ist letztlich ein besserer Zugang der Patienten zur bildgebenden Diagnostik, vor allem in manchen ländlichen Regionen“, betont der VBDO-Präsident. „Im urbanen Bereich ist das Netz anders.“ In den kommenden Jahren werde jedenfalls besonders darauf zu achten sein, dass sich die verschiedenen Kooperationen rechtskonform entwickeln können.

Effiziente Vertretung

„Die Stimmung der Teilnehmer beim diesjährigen VBDO-Jahrestreffen war auffallend positiv bis optimistisch“, berichtet Stiskal, „obwohl wir in einer schwierigen Phase sind.“ In seiner ersten Funktionsperiode sei es immer wieder gelungen, rechtzeitig in verschiedene Problemsituationen einzugreifen, Probleme einer vernünftigen Lösung zuzuführen bzw. nachteilige Entwicklungen zu verhindern oder aufzuschieben.“ Durch die neue Struktur des VBDO erwartet Stiskal mehr Effizienz in Rechtsanliegen, eine schlagkräftige Öffentlichkeitsarbeit und kontinuierliches Qualitätsmanagement.

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