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Foto: Privat
Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher Journalist, Trainer & Berater
 
Gesundheitspolitik 4. November 2008

Meinung - Gewalt an Älteren: Ein Tabuthema

Seit vielen Jahren wird auf die belastende Situation von pflegenden Angehörigen hingewiesen. Genützt hat das bisher nur marginal. Nach wie vor beschränkt man sich auf Einzelmaßnahmen, statt die Rahmenbedingungen substanziell zu ändern.

Die Kompetenzen von Alters- und Pflegeheimen für die Betreuung alter Menschen sind unbestritten. Aber es geht um mehr als das bloße Zur-Verfügung-Stellen von Betreuung rund um die Uhr, nämlich auch um Kurzzeitpflege, tagesstrukturierende Maßnahmen, Kurse und Begleitung für pflegende Angehörige und Anlaufstellen für mobile Dienste und Ärzte, wenn es um schwierige Fälle geht – in anderen Ländern haben sich Heime längst zu Kompetenzzentren entwickelt. Diese liefern qualifizierte Beiträge zur Vorbeugung von Gewalt an Betreuungsbedürftigen.

In einigen europäischen Ländern wird längst nicht nur über das Tabuthema „Gewalt an Älteren“ geredet, sondern Information, Beratung und personelle Unterstützung geboten. Jährlich wird im Mai der „World Elder Abuse Awareness Day“ begangen. Aufmerksamkeit für das Thema ist gut, konkretes Hinschauen besser. Für Prävention und konkrete Unterstützung wird noch lange nicht genug getan. Dass Gewalt an Alten kein Randgruppenthema ist und nicht nur bestimmte Gesellschaftsschichten betrifft, das ist mittlerweile klar. Es ist höchste Zeit, nicht nur eine Betroffenheitsrhetorik zu pflegen, sondern den Alten ausreichend Schutz vor Übergriffen zu bieten und den belasteten Pflegenden die nötige – nicht nur finanzielle – Unterstützung angedeihen zu lassen.

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher Journalist, Trainer & Berater

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