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Gesundheitspolitik 20. Juni 2006

Vorerst gibt es keine Sozialversicherung der Selbständigen

Die Zusammenlegung der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft und der Bauern zur neuen SVS findet vorerst nicht statt. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Mittels Initiativantrag wollte der Obmann der SVA, NR-Abgeordneter Dr. Karlheinz Kopf, die Zusammenlegung der beiden Krankenkassen auch gegen den Willen der Ärzte gesetzlich beschließen lassen. Die Ärztekammer drohte mit Kündigung der Verträge, denn im Entwurf war vorgesehen, dass die Tarife denen der Gebietskrankenkasse angeglichen werden sollten.

Letztes Angebot war für Ärzteverhandler unvertretbar

Der nächste Vorschlag der Krankenkassen war ein Tarif, der zwischen jenem der SVA und jenem der SVB lag. Für die Ärzte nicht gut genug. Dr. Günther Wawrowksy, Geschäftsführender Obmann der Kurie der Niedergelassenen in der Österreichischen Ärztekammer: „Das Angebot, das uns unterbreitet wurde, war unvertretbar.“ Einige Kollegen auf dem Land hätten vielleicht dabei gewonnen, die meisten Ärzte aber verloren. Dr. Georg Schwarz, Pressesprecher der SV der Bauern, kann sich dem nicht anschließen. Es wären schließlich auch Übergangsangebote gemacht worden, und die Verteilung der Gelder aus diesen Angeboten wäre Sache der Ärztevertreter. Zudem meint Schwarz: „Die Gespräche sind noch nicht beendet.“ Auch der Obmann der SVA, Karl Donabauer, will an dem Vorhaben festhalten. „Wir haben fair verhandelt, Angebote unterbreitet und erwarten daher auch von den Verantwortungsträgern der Ärzteschaft Lösungs- und Konsensbereitschaft“, so Donabauer. „Verhinderung ist keine Antwort für die Zukunft.“ Von Mitarbeitern der SVA war schon öfter der Ruf laut geworden, die Tarife denen der anderen Krankenkassen anzupassen. Es sei nicht einzusehen, dass die Versicherten der SVA die anderen Kassen quasi mittragen. Mit der Honoraranpassung kann sich auch Wawrowsky anfreunden: „Wir wollen schon lange, dass sich die Gebietskrankenkassen den Honoraren der SVA angleichen.“ Ärztevertreter sprachen sich auch schon des Öfteren für klare Honorarstrukturen und Honorare, die den tatsächlichen Leistungen entsprechen, aus. Das sei wünschenswerter als die derzeitigen, oft kaum durchschaubaren Querfinanzierungen.

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