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Gesundheitspolitik 11. April 2006

Neuer Ratgeber der Initiative Kinderwunsch

Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch kann geholfen werden. Ein Stufenplan für sinnvolles Vorgehen soll unnötige Maßnahmen reduzieren.

Paare mit unerfülltem Kinderwunsch wissen nur wenig über medizinische Therapiemöglichkeiten. Ein Folder von ACT (Assisted Conception Taskforce) – Initiative Kinderwunsch, der den möglichen Behandlungsweg in sieben Schritten von dem „Versuchen“ ohne Hilfe bis hin zu Hormonbehandlungen beschreibt, soll diese Informationslücke schließen, berichtete ACT-Mitglied Dr. Michael Schenk bei einer Pressekonferenz. Durch den Ratgeber sollen Paare sehen, wo sie selbst gerade stehen und wie es weitergehen soll. Laut einer Studie der McMaster University in Ontario, Kanada, gibt es weltweit etwa 90 Millionen Betroffene, von denen aber nur 15 Prozent einen Arzt kontaktieren, sagte Schenk. Von dieser Gruppe würden wiederum nur 42 Prozent eine Behandlung durch-führen lassen. Der Stufenplan der Initiative soll vermitteln, in welcher Reihenfolge bestimmte Maßnahmen getroffen werden sollten und wie viel Zeit die einzelnen Schritte in Anspruch nehmen, erklärte Schenk. Zeit sei nämlich das wichtigste Kapital der Kinderwunsch-Paare. Jedes Jahr, das man abwartet und sich nicht informiert, fehlt dann bei der Behandlung. Um bei allen Einrichtungen für ein gleiches Qualitätsverständnis zu sorgen, habe die Initiative ACT eine Charta mit Behandlungsrichtlinien geschaffen, sagte Schenk. Österreichische Kinderwunschzentren verfügen schon über diese Charta. In einem nächsten Schritt sollen auch Gy­nökologen und Urologen für die Richtlinien gewonnen werden. In Österreich sind rund 30.000 Paare von Empfängnisproblemen betroffen. Seit dem Jahr 2000 bietet der IVF-Fonds für In-vitro-Fertilisierung finanzielle Unterstützung für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch an. Fast bei einem Drittel aller Paare ist diese Behandlungsmethode erfolgreich.

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