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Gesundheitspolitik 11. April 2006

Kein Geld für die Vorsorge-Koloskopie

Die Bemühungen um die flächendeckende Einführung der Koloskopie als wesentliche vorsorgemedizinische Maßnahme sind gescheitert.

Die Verhandlungen zwischen Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungen und Österreichischer Ärztekammer (ÖÄK) haben wegen wesentlicher Differenzen über eine adäquate Kostenübernahme zu keinem Ergebnis geführt, teilte die ÖÄK vergangenen Freitag mit. Der Stellvertre-tende Bundesobmann der nieder-gelassenen Ärzte, Dr. Günther Wawrowsky, bedauert den negativen Ausgang. Die Finanzierung dieser Vorsorgemaßnahme hätte aus den Überschüssen der Tabaksteuer erfolgen sollen, erläuterte Wawrowsky. Doch sei das Aufkommen erheblich hinter den Erwartungen geblieben, so dass die von der Politik für Krankheitsprävention ursprünglich zugesagten Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen würden. Die ÖÄK empfiehlt nun, die Darmspiegelung auf Länderebene durch Verträge zwischen Landesärztekammern und Gebietskrankenkassen zu regeln, wie dies bereits in Niederösterreich, Salzburg und Tirol geschehe. In Österreich erkranken pro Jahr rund 5.000 Menschen an Darmkrebs. Das ist die zweithäufigste Krebserkrankung. „3.000 Menschen verlieren jährlich den Kampf gegen den Darmkrebs“, sagte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat erst vor kurzem bei einer Pressekonferenz, als eine vorübergehende Koloskopie-Vorsorgeaktion der Österreichischen Krebshilfe präsentiert wurde. So gesehen ist das Scheitern der Verhandlungen ein schwerer Schlag für die von Rauch-Kallat stark propagierte Vorsorgeuntersuchung Neu.

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