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Gesundheitspolitik 14. Februar 2006

Rabatte für Ärzte sollen bleiben

Hauptverband will Vereinbarung mit der Ärztekammer. Beide sind gegen generelles Verbot von Rabatten.

Bezüglich der von den Pharmafirmen den Ärzten mit Hausapotheke gewährten Rabatte strebt der Hauptverband (HV) der Sozialversicherungsträger nun eine Vereinbarung mit der Ärztekammer an. HV-Vorstandsvorsitzender Erich Laminger kündigte vergangene Woche an, mit der Ärztekammer über eine solche reden zu wollen. Dr. Reiner Brettenthaler, Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), zeigte sich im Ö1-Mittagsjournal zwar irritiert darüber, dass er über die Medien dazu aufgerufen werde, gleichzeitig signalisierte er aber Gesprächsbereitschaft. Eine Abschaffung auch der Geldrabatte lehnen beide ab. Laminger betonte, Ziel des HV sei es, mögliche Preisnachlässe den Versicherten zugute kommen zu lassen. Wenn es nun Rabatte gebe, obwohl der Hauptverband seiner Ansicht nach schon gute Preise verhandelt habe, dann sollte es eine Übereinkunft geben, „dass diese Rabatte an uns durchgeschleust werden“, so Laminger. Dazu wäre eine vertragliche Re-gelung nötig. Der HV-Chef zeigte sich zuversichtlich, dass auch die Ärztekammer dem zustimmen werde. Er geht davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der Ärzte mit Hausapotheke keine Medikamente verschreibt, bei denen sie selbst mehr verdienen und deshalb auch ein Interesse daran hätten. Brettenthaler gestand zu, dass es notwendig sei, mit dem Hauptverband darüber zu sprechen. Grundsätzlich verteidigte der ÖÄK-Präsident das System. Er habe kein schlechtes Gewissen, als Arzt auch Geld zu verdienen, sagte Brettenthaler, der als Hausarzt selbst eine Hausapotheke betreibt. Es handle sich dabei um ein „transparentes Geschäft“, für das er auch Steuern zahle. Auch nach Ansicht Lamingers wäre eine generelle Abschaffung auch der Geldrabatte nicht sinnvoll. Alternative wäre ein reines Preisregelungssystem, das sicher nicht günstiger wäre.

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