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Gesundheitspolitik 29. November 2005

Aufwertung von Laborgemeinschaften

In Niederösterreich gibt es Laborgemeinschaften von Allgemeinmedizinern schon länger, in Oberösterreich seit mehr als einem Jahr. Nun wurden die Bedingungen für diese Form der Kooperation gelockert.

„Es war ein jahrzehntelanger Traum von Allgemeinmedizinern, nicht nur die Möglichkeiten für Praxisgemeinschaften, sondern auch im Bereich des Labors zu haben“, blickt der Rohrbacher Allgemeinmediziner Dr. Franz Burghuber zurück. Gemeinsam mit 16 anderen Ärzten hat er eine solche Gemeinschaft im Jänner 2004 gegründet. „Es hat lange gedauert, bis dies von Seiten der Kasse aus möglich war“, resümiert Burghuber. Die Grundsteine dafür hat er mit einem zweiten Allgemeinmediziner aus Enns entwickelt, der ebenfalls eine solche Gemeinschaft gegründet hat. Gemeinsam werden Geräte angeschafft sowie Personal und ein Raum finanziert. „Diese Art der Kooperation bringt viele Vorteile“, betont Burghuber. Gerade im Laborbereich würde die Relation zwischen Kosten und Nutzen sonst oft weit auseinander klaffen. Auf der anderen Seite gehe es aber um einen wichtigen und unverzichtbaren Bestandteil der dezentralen und sofort bzw. kurzfristig verfügbaren medizinischen Betreuung.

Bedeutender Kostenvorteil

Mit Laborgemeinschaften sinken die Kosten für Personal sowie die benötigten Reagenzien deutlich. Qualitativ bessere Geräte können angeschafft werden, die eine höhere Ergebnisqualität ermöglichen. Diese wird auch dadurch verbessert, dass bei den verschiedenen Tests mehr Durchläufe möglich sind. Zudem ist unter wirtschaftlich günstigen Vorzeichen die Versorgung größerer Regionen möglich. Schließlich gewinnt der einzelne Allgemeinmediziner Zeit für die Ordinationstätigkeit.

Klare Regeln und Auflagen

Für derartige Laborgemeinschaften gelten klare Regeln: Entsprechende Räume müssen vorhanden sein und alle Abläufe einer internen und externen Qualitätssicherung unterzogen werden. Als Personal muss eine MTA oder eine MTF zur Verfügung stehen. Die Untersuchungen müssen nach festgelegter Prozessqualität sowie innerhalb festgelegter Zeiträume ablaufen, die Ergebnisse teils innerhalb kurzer Zeit vorliegen. Klar geregelt ist weiters die Abgrenzung zu den niedergelassenen Laborärzten. Die Laborgemeinschaften machen nur jene Untersuchungen, die von den beteiligten Allgemeinmedizinern auch bisher durchgeführt wurden. „Untersuchungen wie Harntest oder Blutsenkung erfolgen weiter in der jewei-ligen Ordination“, so Burghuber. Mit 1. April 2005 sind für Laborgemeinschaften einige Erleichterungen in Kraft getreten. Die beteiligten Ärzte können nun aus dem ganzen Bundesland kommen und müssen nicht mehr, wie bisher, eine räumliche Nähe zueinander haben. Weniger streng ist nun auch die „unmittelbare Aufsichtspflicht“ formuliert. Der oberösterreichische Kammeramtsdirektor Dr. jur. Felix Wallner berichtet, „dass es auch in der neuen Vereinbarungen nicht mehr als 10 Prozent sind, die die Kasse an Rabatten bei den Leistungen abschlägt“. Noch dazu fließen diese Rabatte in die bessere Dotierung von verschiedenen Abrechnungsposten und kommen somit letztlich allen Allgemeinmedizinern zu gute.

Intensivere Zusammenarbeit

Diese Erleichterungen werden, sind sich Wallner und Burghuber einig, die Entstehung weiterer Laborgemeinschaften fördern: „Diese Form der Kooperation ist ein Zukunftstrend. Langfristig ergeben sich dadurch nicht nur eine intensivere Zusammenarbeit bei den Hausärzten, sondern auch weitere Potenziale bei der Auslagerung von Spitalsleistungen.“

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