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Gesundheitspolitik 29. November 2005

Influenza-Pandemie-Vorsorge wird konkreter

Das Bundesland Niederösterreich hat gegenüber dem Tamiflu-Hersteller Roche einen „Letter of intent“ über den Ankauf abgegeben. Das Medikament soll für 150.000 Personen aus dem Bereich des „Schlüsselpersonals“ (Feuerwehr etc.) bevorratet werden. „Auch die Steiermark ist hier schon im Rennen“, erklärte eine Sprecherin des Pharmakonzerns Roche.

„Der österreichische Pandemieplan empfiehlt die Anschaffung von Tamiflu. Justiz-, Außen- und Innenministerium und andere stellen hier Überlegungen für ihre Bereiche an“, so Prof. Dr. Michael Kunze vom Institut für Sozialmedizin in Wien, der sich seit Jahren in Sachen Pandemie-Vorsorge engagiert. Dem entsprechend wird die medikamentöse Vorsorge für den Fall einer solchen Krankheitswelle durch neue Influenza-Erreger entsprechend der dezentralen Struktur des österreichischen Gesundheitswesens ablaufen. Bundesländer kümmern sich um ihren Bereich (Schlüsselpersonal), die Bundesministerien um ihr Kernpersonal. Kunze: „Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger soll für ausreichende Behandlungsmöglichkeiten der Bevölkerung sorgen. Man geht ja von einer Erkrankungsrate von 30 Prozent aus.“
Niederösterreich will jedenfalls Tamiflu (Oseltamivir) in der Form von Sieben-Kilo-Fässern mit Pulver geliefert bekommen. Das Pulver soll im Fall des Falles dann aufgelöst und in Einzeldosen abgefüllt werden. Dadurch kostet eine Therapie nur noch 7,70 Euro, was wesentlich günstiger ist als bei Bestellung des Medikaments in der fertigen Kapselform. Die Sprecherin von Roche: „Die Lagerfähigkeit des Medikaments beträgt mehr als zehn Jahre.“ Wenn also innerhalb der nächsten zehn Jahre keine Influenza-Pandemie kommt, hätte man bei einer flächendeckenden Versorgung der Österreicher 77 Cent pro Jahr falsch investiert.

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