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Gesundheitspolitik 28. November 2005

Rollentausch von steirischen Ärzten

Das in Österreich einzigartige Pilotprojekt namens „Hospitation“ – der wechselseitige Austausch von Spitals- und niedergelassenen Ärzten – läuft nun nach kleineren Startschwierigkeiten an. Um die Nachfrage für das vorerst auf den Bezirk Deutschlandsberg beschränkte Projekt anzukurbeln, stellte die steirische Ärztekammer die „beispielgebende Fortbildungsinitiative“ bei einer Pressekonferenz nochmals vor.

Das Pilotprojekt der Ärztekammer für Steiermark hätte ursprünglich schon im Frühjahr 2004 beginnen sollen, aus technischen Gründen verzögerte sich aber der Start. Tatsächlich wurde dann Anfang Mai 2005 begonnen, den Austausch in die Tat umzusetzen. Rund 20 niedergelassene Ärzte haben ihr Interesse bekundet. Offenbar schwieriger ist es, Spitalsärzte von der Sinnhaftigkeit einer Hospitation in einer Praxis zu überzeugen: Bisher hat sich im Landeskrankenhaus Deutschlandsberg – mit Ausnahme des medi-zinischen Direktors selbst – noch niemand gemeldet.
Das Konzept sieht vor, dass niedergelassene Ärzte im benachbarten Spital und Spitalsärzte in Ordinationen den Berufsalltag kennen lernen. Dadurch soll Wissen besser ausgetauscht, Effizienz gesteigert und Kooperation zwischen Ärzten beider „Lager“ verbessert werden. Das Projekt sei unabhängig von gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, so August Gomsi von der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft, welche die Ärztekammer Steiermark bei der Umsetzung unterstützte. „Hospitation“ sei keine „Konzeptblase“, sondern könne „aus der Schnittstelle zwischen Ordination und Spital eine Nahtstelle“ machen, erläuterte Dr. Norbert Meindl, Vizepräsident der steirischen Ärztekammer. Das Pilotprojekt laufe in jedem Fall noch bis Ende 2005 und solle dann „vielleicht sogar schon im Frühjahr 2006“ flächendeckend in der Steiermark anlaufen, zeigte sich der Ärztliche Leiter des LKH Deutschlandsberg, Dr. Gottfried Filzwieser, optimistisch.

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